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Tag 342: Der alte Theater-Garten und Knaup’s Restaurant

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Fotos: Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg

Im Jahr 1873 eröffnete Gastwirt Knaup in der Teichstraße eine Gaststätte mit angeschlossenem Theatersaal. Dort gab es bis zum Bau des heutigen Theaters (1909) Aufführungen und Feste. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder etwas um- oder angebaut. Auf der Ecke Marien-/Teichstraße entstand das Knaup’s Etablissement mit Garten – die Hildesheimer sprachen fortan vom Theater-Garten. Zur Marienstraße hin gab es eine massiv gebaute lange Veranda. Das Lokal selbst war sehr fein ausgestattet und hatte verschiedene Eingänge. Geschäftsleute und angesehene Vereine hielten dort ihre Stammtische ab – die Juristen nannten sich etwa „Knaup’sche Tischgesellschaft“.

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Neben dem Theater-Neubau entstand schließlich noch eine Musik-Muschel mit dahinter liegendem Wandelgang und Zugang zum Theater. An lauen Sommerabenden gab es Konzerte, die Hildesheimer saßen im Gartenlokal oder flanierten die Marienstraße auf und ab.

Im alten Gesellschaftshaus zwischen Theater und Knaup fanden Feste und Bälle statt, der Eingang war in der Teichstraße. Unter diesem Haus wurde auch ein Luftschutzkeller gebaut, der zunächst viele Angriffe überstand. Bei einem Angriff Anfang 1945 wurden jedoch die Ausgänge verschüttet und überwiegend Frauen und Kinder waren hilflos eingeschlossen. Soldaten aus der Steingruben-Kaserne und Männer aus der Nachbarschaft griffen allerdings ein und retteten alle aus dem Keller. Beim Großangriff auf Hildesheim wurden Haus und Garten dann restlos zerstört und nie wieder aufgebaut.


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