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Tag 244: Missbrauch erschüttert Sorsumer Gemeinde

Im Mai 1995 beschuldigen Eltern einiger Jugendlicher den damaligen Pfarrer der Sorsumer St.-Kunibert-Gemeinde, Christan Straub: Der 66-Jährige soll Anfang der 80er Jahre jugendliche Messdiener missbraucht haben. Im Juni beurlaubt der damalige Hildesheimer Bischof Dr. Josef Homeyer den Seelsorger von seinem Amt. Im August wird bekannt: Die Beschuldigungen sind wahr, Straub muss daraufhin in den Ruhestand.

In einer Pressemitteilung des Bischöflichen Stuhles heißt es damals schlicht, die erhobenen Beschuldigungen wegen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Minderjähriger entsprächen der Wahrheit. Ein kirchliches Gerichtsverfahren, so heißt es weiter in der Mitteilung, werde es jedoch nicht geben, da die Vorgänge schon länger zurücklägen und deshalb verjährt seien. Pfarrer Straub selbst bedaure sein Verhalten zutiefst und habe eingesehen, dass er nicht mehr als Seelsorger tätig sein könne, weder in Sorsum noch anderswo in der Diözese.

Im Februar 1996 stellt auch die Hildesheimer Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Straub wegen Verjährung ein. Denn die Fälle, die möglicherweise beweisbar gewesen wären, lägen mehr als zehn Jahre zurück, betont ein Sprecher. Zwar gebe es auch Hinweise auf sexuelle Übergriffe aus jüngerer Zeit, diese seien aber von Zeugen nicht bestätigt worden.

Straub war seit 1978 Pfarrer in Sorsum und gründete im Jahr 1980 das Afrika-Manyatta-Museum für afrikanische Volkskunst – zunächst ein großer Erfolg. Nach seiner Beurlaubung blieb der Besucherandrang aus, das Museum wurde kurz darauf geschlossen.


Tag 244: Missbrauch erschüttert Sorsumer Gemeinde

Im Mai 1995 beschuldigen Eltern einiger Jugendlicher den damaligen Pfarrer der Sorsumer...
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