next page next page close

Präventionsrat, Preisverleihung Von hier hat sie den Täter auf dem Rad auf der Konrad Adeneuer Str. vorbeifahren sehen.

Hier sah Ebru den Täter auf dem Rad.

 

Tag 170: Kleine Hildesheimerin überführt Sex-Täter

Ebru Aykol aus Ochtersum ist gerade einmal zwölf Jahre alt, als sie außergewöhnlichen Mut beweist. Es ist Juni 2010, bei der Polizei häufen sich Anzeigen wegen sexueller Nötigung. Alle Fälle ereignen sich auf dem Weg zwischen dem Concordia-Sportplatz und der Domäne Marienburg, im Wäldchen bei der Dreibogenbrücke. Die Täterbeschreibungen ähneln sich, alle geschädigten Frauen beschuldigen einen Radfahrer. Einem Opfer schlägt er im Vorbeifahren mit der Hand auf den Po, einem zweiten donnert er ein Schlüsselband aufs Gesäß. Ein drittes versucht er ins Gebüsch zu zerren.

Auch Ebru Aykol trifft auf den Radfahrer. Sie ist mit zwei Freundinnen unterwegs, als der Mann immer wieder an den Mädchen vorbeiradelt. Er hält an und fragt, ob die Kinder „mal etwas sehen“ wollen. Dann lässt er seine Hose herunter und fängt an, sich selbst zu befummeln. Ebru Aykol und ihre Freundinnen flüchten, informieren per Handy die Polizei, eine Fahndung bleibt jedoch erfolglos. Zwei Tage später spielt Ebru Aykol mit ihren Freundinnen in der Nähe von Eilers Teich in Ochtersum, als plötzlich der Exhibitionist von der Dreibogenbrücke vorbeiradelt. Die Zwölfjährige greift zum Handy, beschreibt der Polizei genau, wie der Radfahrer aussieht, und in welche Richtung er unterwegs ist. Fünf Minuten später nehmen die Beamten einen 19-Jährigen fest.

Präventionsrat, Preisverleihung

Ebru bekommt den Zivilcouragepreis.

Ebru Aykol bekommt im Dezember 2010 den Zivilcouragepreis der Stadt Hildesheim. Der damalige Oberbürgermeister Kurt Machens lobt: „Du hast die Augen aufgemacht und richtig reagiert.“


thumbnail article post