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Tag 304: Drei Stunden Kaiser

365_kaiser1_450Kaiser Wilhelm II. besucht am 31. Oktober 1900 für drei Stunden Hildesheim. An der Sedanallee wird ein Denkmal für seinen 1888 verstorbenen Großvater Wilhelm I. enthüllt.  Die Vorbereitungen für dieses Großereignis waren enorm. Allein der Schriftverkehr füllt im Stadtarchiv Hildesheim, einschließlich der Polizeiakten, zweiunddreißig Bände. Die Stadt Hildesheim musste für das Ereignis tief in die Tasche greifen: Die Kämmereirechnung von 1900/1901 weist die stolze Summe von 44.442,17 Mark aus. Die städtischen Kollegien hatten am 30.000 Mark für die Kaiserfeier bewilligt. Hinzu kamen Kosten für die Ausbesserung der Straßen und 5000 Mark für die Errichtung der Tribünen. Der Verein zur Erhaltung der Kunstdenkmäler forderte die Hildesheimer Bürger am 24. April 1900 sogar auf, ihre Fachwerkhäuser mit einem neuen Anstrich zu versehen. Eine Festdekoration in Form von Scheinfassaden sollte von modernen Bauten und Häuserzeilen ablenken. So entstand auf dem damaligen Paradeplatz, dem heutigen  Hindenburgplatz, zur Verdeckung einer unscheinbaren Häusergruppe ein mächtiges „Gildehaus“ mit einer anschließenden Ehrenpforte. Unser Foto zeigt dem Kaiser und sein Gefolge am Tausenjährigen Rosenstock.

kaiser3Es wurde eine hölzerne Freitreppe unter Anleitung des Zimmermeisters Brunotte vor dem Bahnhof mit Baldachin gebaut. Mit Hilfe dieser Freitreppe konnte der Höhenunterschied von Bahnsteig und Bahnhofsplatz ausgeglichen werden, so dass das Kaiserpaar nicht die Tunnel benutzen musste. Fotos: HAZ-Archiv


Tag 304: Drei Stunden Kaiser

Kaiser Wilhelm II. besucht am 31. Oktober 1900 für drei Stunden Hildesheim. An der...
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