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Tag 156: In Alligators Munde

Erst läuft alles nach Plan: Dompteur Karah Kavah mit Alligator Speedy und Kollegen.

Dieser Tag wird Karah Kavah wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Heute vor 13 Jahren macht er das, was er immer macht: Er steckt seinen Kopf zwischen die Kiefer eines Alligators – für einen Dompteur schließlich nichts Ungewöhnliches. Kavah ist mit dem Zirkus Universal Renz auf dem Volksfestplatz in der Stadt zu Gast. Der Nachmittag des 5. Juni 2002 ist die Premierenvorstellung.

Veršffentlichung bitte mit Hinweis: HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG/Foto: Andreas Hartmannn Zirkus Universal Renz/Premiere 05/06/2002 Dompteur: Karah-Kavah-Alligator: "Speedy" Fotoserie 5 Bilder: Bild 3 Andreas Hartmann Stadtsparkasse Hildesheim BLZ 25950001 Kto.Nr. 104060104 Tel: 0171/9737702

Noch ein Blick in die Kamera …

Die „lebende Legende der Reptilien“ zieht seine Nummer routiniert durch. Hildesheim ist nur eine Stadt von vielen auf der Zirkusreise. Erst spielt er mit Schlangen, als seien es Federboas, dann lässt er sich die Alligatoren in die Manege bringen. Er sperrt das Maul der Echse Speedy auf, schiebt seinen Kopf zwischen die Kiefer.

Und dann passiert es: Speedy macht seinem Namen alle Ehre und schnappt blitzschnell zu. Die angenehme Anspannung des „Alles-Nur-Show“ im Publikum weicht dem noch unentschiedenen Erschrecken – vielleicht gehört das dazu, ist gar nichts passiert? Kavah packt beherzt zu, stemmt die Kiefer auseinander, zieht seinen Kopf hervor – es fließt Blut. Es ist etwas passiert. Vier Löcher klaffen im Fleisch des Dompteurs, dort, wo sich die Zähne hineingebohrt haben. Wenig später kommt der Rettungswagen.

… und schon schnappt die Falle zu.

Das Blut rinnt ihm die Wange herunter, aber Kavah bewahrt Haltung.

Kavah steigt schon wenige Stunden später erneut in die Manege. Zur Abendvorstellung hat er den Kopf bereits wieder in der Mundhöhle des Alligators. „Wenn ich es jetzt nicht mache, dann komme ich von meiner Angst nicht runter“, sagt der Franzose zum Zirkusdirektor. Dieser hatte ihm freigestellt, auszusetzen.

Vielleicht zu früh. Denn die Wunden entzünden sich. Kavah muss Antibiotika nehmen.

Am Ende war der Grund für den Vorfall wohl ein unberechenbarer: „Das war das Wetter. Stürmisch und schwül, da drehte Speedy wohl durch“, sagte der Zirkusdirektor. Merke: Auch Alligatoren sind wetterfühlig und die Adern eines Dompteurs mit Blut gefüllt.

Mit den Wunden hat Kavah noch länger zu kämpfen. Fotos: Hartmann


Tag 156: In Alligators Munde

Dieser Tag wird Karah Kavah wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Heute vor 13 Jahren...
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