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Tag 207: Hildesheimer WM-Tore

Hildesheimer WM-Tore

Helmut E. Löhr stellt in Hildesheim Fußball-Tore her.

Ach, hätten die Jungs aus der Hildesheimer Schinkelstraße ihre Tore doch nur einige Zentimeter weniger breit gebaut, vielleicht, ja vielleicht hätte es ja schon bei der Heim-WM 2006 geklappt mit dem Weltmeistertitel. So aber schlug der Schuss des Italieners Fabio Grosso in der Nachspielzeit des Halbfinales genau neben dem Pfosten ein. Deutschland verlor mit 0:2 gegen Italien.

Hildesheimer WM-Tore: Aus der Schinkelstraße auf die Fußballplätze dieser Welt - vielleicht auch zur EM 2016 in Frankreich?

Hildesheimer WM-Tore: Aus der Schinkelstraße auf die Fußballplätze dieser Welt – vielleicht auch zur EM 2016 in Frankreich?

Seit mehr als 25 Jahren treffen Spieler wie Andreas Brehme, Mehmet Scholl und Mario Gómez bei internationalen Fußball-Turnieren in Tore, die von der Hildesheimer Firma helo hergestellt werden. Die Ursprünge der Firma helo (gebildet aus dem Namen des Gründers Helmuth E. Löhr) liegen 40 Jahre zurück. „Wir fingen mit zwei Leuten in einem alten Kino in Bad Salzdetfurth an. Der Raum war fensterlos, wir schweißten bei Kunstlicht“, erinnert sich Löhr.

1988 begann die Erfolgsgeschichte bei Fußball-Turnieren. Bei einem Besuch in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes bekam Löhr die Zusage: Du lieferst sämtliche Tore zur Heim-EM in Deutschland. Alles klappte reibungslos und zuverlässig. „Das war der Grundstein.“  Nur 1992 in Schweden und 1996 in England kamen Mitbewerber zum Zug. Auch für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bekamen wir den Auftrag.“

Der Betrieb wurde ständig größer und zog 1994 in die heutigen Räume an der Schinkelstraße in Hildesheim. Auf dem Schild am Eingang steht seitdem „Sportgeräte 2000 Helo Sportsysteme GmbH“. Mittlerweile arbeiten dort 65 Mitarbeiter.

An diesen Pfosten zerschellten bereits Titelträume...

An diesen Pfosten zerschellten bereits Titelträume…

Als Gag wollte Löhr im Jahr 2000 für die EM in den Niederlanden und Belgien auch mal gelbe Tore liefern. Alles war schon abgesprochen, doch zwei Tage vorher wurden die Hildesheimer zurück gepfiffen. Es blieb beim traditionellen Weiß. Auch an einen weiteren kuriosen Auftrag erinnert sich Löhr: Er sollte Handballtore nach Nepal liefern, die so konstruiert werden mussten, dass sie in ein kleines Sportflugzeug passten.

Um die Hildesheimer WM-Tore zu bewundern muss man aber nicht unbedingt nach Porto, Lüttich oder Kiew reisen – auch ein Besuch an der Pottkuhle reicht dafür schon aus, verrät Löhr:  „Natürlich habe ich dafür gesorgt, dass auch das Friedrich-Ebert-Stadion unsere ,WM-Tore‘ bekommen hat.“


Tag 207: Hildesheimer WM-Tore

Ach, hätten die Jungs aus der Hildesheimer Schinkelstraße ihre Tore doch nur einige...
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