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Tag 312: Fräulein Sinner

Ist das ein Leben! Sie besitzt mindestens drei Futterstellen, wird öfter gekrault als jede Katze es sich erträumen könnte und ist sogar in einem sozialen Netzwerk online vertreten. Die Rede ist von der Campuskatze Fräulein Sinner.

Wenn man die Uni-Studenten fragt, wem die grau-weiße Samtpfote eigentlich gehört und wer sich um sie kümmert, ist die Antwort meist ein Schulterzucken. Keiner weiß so richtig, was es mit dem Tier auf sich hat, wer ihr eigentlich das Futter hinstellt. Viele tippen auf den Hausmeister, für viele ist es aber auch eine Art Mysterium.

Campus-Katze

Fräulein Sinner ist sogar im Internet bekannt wie ein bunter Hund. Foto: Screenshot

2002 fiel Monika Sinner aus der Hochschulverwaltung die herrenlose Katze auf. „Sie wärmte sich gerne an der heißen Luft, die nachts durch die Entlüftung der Bibliothek herausströmte“, erinnert sich Sinner. Nach einer Weile entschloss sie sich, das abgemagerte und verletzte Tier zum Tierarzt zu bringen. Damals war es etwa drei Jahre alt. Mehrmalige Versuche, die Katze im Tierheim und in einer Pflegefamilie unterzubringen, schlugen fehl: Immer wieder kehrte „Fräulein Sinner“ zurück zum Campus der Universität.

Mit dem Umzug ihres Dezernats in das Gebäude am Hindenburgplatz wurde es für Monika Sinner allerdings schwierig, sich weiter um das Tier zu kümmern. Seitdem hat die Katze eben andere Nachfolgerherrchen. Und natürlich sind auch die Studenten im Boot: Die liebkosen das Tier gerne mal, um den Kopf von anstrengenden Gruppenarbeiten frei zu kriegen.

Dass die Katze mittlerweile fester Bestandteil des Campuslebens ist, zeigt auch eine weitere Aktion: Die Katze bekam ihr eigens Profil im Studentennetzwerk „studiVZ“. 591 Freunde an der Universität Hildesheim hat sie dort – mehr als die doppelte Anzahl an Freunden der meisten Studenten. Ihr Fotoalbum zeigt jede Menge Katzenfotos von ihr, ihre Gruppen heißen „Wie, mit Essen spielt man nicht?“ oder „Mein Katzenfutter hat Dönergeschmack!“ In ihrem Job ist sie ein „ziemlich hohes Tier“, wie ihre Seite verrät. In einem Pinnwandeintrag wünscht ihr ein befreundeter Student „Sauviel Glück für 2011“. Wer die Internetpräsenz der Campuskatze verwaltet, ist ein Geheimnis.

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