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Tag 299: Eine Wetterfahne für den Andreas-Kirchturm

Name 030924/16/Andreas/Kugel

Seit 2003 ziert erstmals seit einem halben Jahrhundert wieder eine Wetterfahne den Andreaskirchturm. Sie zeigt den Apostel Andreas auf der einen Seite der Mittelachse, das Andreaskreuz auf der anderen. Die Installation von Kugel, Kreuz und Fahne war nicht einfach. Die Handwerker musste sich in mehr als 114 Meter Höhe dem Wetter stellen. Einen Teil des Weges nahm ihnen der Lastenaufzug ab, auf den letzten Metern aber mussten sie die fast 150 Kilogramm schwere Fahne über eine Seilwinde mit Muskelkraft nach oben ziehen.

Während die Gerüstbauer bereits ungeduldig warteten, um die obersten Etagen abzubauen, zogen dunkle Regenwolken auf. Im Wettlauf gegen die Zeit konnte schließlich in allerletzter Minute das Kreuz aufgesetzt werden. Dann hieß es nur noch Menschen und Werkzeuge sichern, da setzte der Regen schon ein. Doch das Werk war vollbracht.

Name 030924/16/Andreas/Kreuz

Das Kreuz an der Spitze soll daran erinnern, dass es für das Christentum nichts Wichtigeres gibt als die Botschaft vom gekreuzigten Gott, so Pastor Helmut Siegel. Die Vergoldung könne man als Zeichen für die Auferstehung, die Erhöhung Christi zum Herrscher der Welt verstehen. Oder auch mit Luther interpretieren: Gott zeige sein Wesen immer im Gegenteil. „Wir glauben, dass der Gekreuzigte der wahre Herrscher über die Welt ist. Darum steht das Kreuz über der Weltkugel, die ja mit sehr irdischen Dingen gefüllt ist.“

In der Kugel liegt eine Dokumentenkassette mit Zeitzeugnissen, die bei einer künftigen Turmsanierung einmal die Nachwelt interessieren dürften. HAZ-Artikel und HAZ-Fotos über die Sanierung, Euro-Münzen und ein D-Mark-Satz. Eines fernen Tages können die Nachfahren das Adressbuch von 1886 finden, Gesangbücher von 1956 und 2003, eine Messingplatte mit den Namen der beteiligten Handwerker.

Zwischen Kreuz und Weltkugel trete nun etwas Neues, sagte Pastor Siegel: die Gestalt des Apostels Andreas als Wetterfahne und Mahner zugleich: Wach sein, wenn der Wind sich dreht, wissen, woher er weht. „Er soll uns nicht ermutigen, unser Mäntelchen nach dem Wind zu hängen. Im Gegenteil: Nach dem Prinzip der Wetterfahne wird der Apostel sein Gesicht immer in den Wind halten, sich gegen den Wind stellen.“

Fotos: Hartmann

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