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Tag 263: Liebe in #Neuland

cyber

Es gab eine Zeit, da schrieben wir Chatroom noch in Anführungszeichen, erklärten was ein Nickname ist. Dass ein Hildesheimer ins Internet-Café geht und dort seine Traum-Frau kennenlernt – berichtenswert.

Wir schreiben das Jahr 1998. Der Hildesheimer Alexander Binde hat sich vor Kurzem einen Internetanschluss zuhause einrichten lassen. Vorher ging er regelmäßig in die Judenstraße. Dort gibt es ein Internet-Café. Und dort lernt er auch seine Ginga kennen. Nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern von Monitor zu Monitor. „Irgendwie hat mich der Name gleich angesprochen“, schwärmt Binde. Nach ein paar Zeilen bereits, habe es bei ihm „Klick“ gemacht. Er lud seine Gesprächspartnerin ins virtuelle „Séparée“ ein. Drei Tage später folgte ein sechsstündiges Telefonat. 14 Tage danach stand Binde leibhaftig bei seiner Ginga in Stuttgart vor der Tür. „Wir sind füreinander bestimmt“, weiß er.

Von der Suchtgefahr des Internets ist schon damals die Rede. Nur irgendwie hat das alles noch einen anderen Maßstab: „Im Gespräch vertieft, werfen viele Chatter ein Markstück nach dem anderen in den Geldschlitz und schnell gibt es ein beachtliches Loch im Portemonnaie.“
Mark.
Geldschlitz.
Breitband als Massenware und Internet auf dem Handy sind absolute Zukunftsmusik. Es taucht aber durchaus einiges in dem Artikel auf, was heute noch auf die Internet-Nutzung zutrifft. Nicht nur, dass das Netz gern als Single-Börse genutzt wird, sondern auch das Mitteilungsbedürfnis bestimmter Persönlichkeiten ausgezeichnet befriedigen kann. „Nurmi, eine junge Mutter aus Köln nutzt die Mail-Boxen verschiedener Teilnehmer, um ihren Alltag mit ihren zwei kleinen Söhnen zu schildern. Seitenlang erläutert sie Erlebnisse wie ihre Schwangerschaft oder die Entdeckung des ersten Zahnes bei ihrem Sohn Arne.“

Willkommen in Neuland.

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