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Tag 35: Die Nazi-Möbel-Affäre

Im Jahr 2000 wirbt  ein Hildesheimer Möbelhaus mit Nazi-Namen für seine Waren. Der Skandal ist groß. Das Medieninteresse reißt nicht ab. Die Schlagzeile „Nazi-named furniture angers Jews“ („Nach Nazis benannte Möbel verärgern Juden“) geht um die Welt. Selbst die angesehene und weit verbreitete „Japan Times“ veröffentlicht die Nachricht in ihrem Politikteil.  Angepriesen wurden in einem Anzeigenblatt eine Polstergarnitur „Herrmann“, Sofas mit den Namen „Adolf“, „Deutschland“ und „Memel“, eine Anbauwand „Rommel“, eine Kommode „Paulus“, eine Eckbank-Sitzgruppe „National“, eine Doppelbett-Couch „Oder“, ein Lederruhesessel „Elsass“, Schaukelstühle „Heer“ sowie ein Highboard „Franko“. Mit einem juristischen Nachspiel braucht der Möbelhändler allerdings nicht zu rechnen. Die Staatsanwaltschaft sieht damals keinen Anlass, ein Strafverfahren einzuleiten.

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