next page next page close
thumbnail zoom


Tag 98: Hildesheimer, die Leberwurst

Da staunte die Familie Homann nicht schlecht, als sie im Dänemark-Urlaub in einem Supermarktregal eine Wurst mit dem Aufkleber „Hildesheimer“ entdeckte. „Finhakket leverpølse“, feine Leberwurst, stand kleingedruckt als Erklärung darunter. Und: „lækker, smørbar, med en dejlig røget smag“. Zu deutsch: lecker, streichfähig und mit delikatem Rauchgeschmack.

Aber was hat es nun mit der „Hildesheimer“ auf sich? Alles nur ein PR-Scherz eines dänischen Supermarktes?

In diesem Buch steht das Rezept der "Hildesheimer"-Leberwurst.

Fleischermeister Ansgar Lehne hat den Beweis: Hildesheimer Leberwurst gibt es wirklich. Das Rezept wurde schon vor mehr als 100 Jahren in diesem Fachbuch notiert.

Nein, denn die Rezeptur für die „Hildesheimer Leberwurst“ gibt es tatsächlich. Um 1900 hat Hermann Koch sie in seinem Buch über „die Fabrikation feiner Fleisch- und Wurstwaren“ exakt notiert.

Hier die „Hildesheimer“-Rezeptur:

30 Prozent Schweineleber, 20 Prozent Schweinenacken, 30 Prozent Schweinebauch (beides vorgegart) und 20 Prozent Speck kommen in die Molle. Gewürzt wird mit gemahlenem weißem Pfeffer, Majoran, Piment, Macis (Muskatblüte) und Kardamom und einer ordentlichen Portion Zwiebeln. Damit die Wurst schön rosa bleibt, gibt man Nitritpökelsalz hinzu. Die Masse wird gekuttert, in den Mitteldarm vom Rind gefüllt und anderthalb Stunden gegart. Das Ganze ergibt eine leicht gebogene, etwa sechs Zentimeter dicke, ungeräucherte Wurst.

thumbnail article post