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Tag 329: Bier für alle – die Hildesheimer Aktienbrauerei

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Fotos: Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg

Im Jahr 1890  fanden sich einige wagemutige Hildesheimer zusammen, um eine Brauerei zu gründen – die Hildesheimer Aktienbrauerei in der Schützenallee. Dafür bräuchten die Männer damals 400.000 Mark – in 400 Aktien zu je 1000 Mark. Kommerzienrat Anton Senking war Sprecher der Runde. Er betonte, dass die Gründung der Aktienbrauerei nichts anderes bezwecken solle, als die „Hebung der vaterstädtischen Industrie“.

Durch die Übernahme anderer Brauereien vergrößerte sich der Betrieb von Jahr zu Jahr. Die 1/2-Liter-Pullen wurden unter dem heimatlichen Werbenamen „Hildbräu“ und „Hildpils“ weit über Deutschlands Grenzen bekannt.

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Der technische Betrieb und die Personalräume wurden immer wieder modernisiert. Der Brauerei angeschlossen war eine Gaststätte mit Tagungs- und Festsaal. Der ganze Stolz der Wirtin war der selbstgebackene Kuchen. Im Garten standen Akaziebäume, so dass die Brauerei bei manchem auch Akazienbrauerei hieß.

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Die Hildesheimer Schützenfest-Umzüge wurden immer von Wagen der Brauerei begleitet. Sie waren mit riesigen Fässern beladen und wurden von kräftigen Pferden gezogen. Männer verteilten Bier an die Zuschauer. Man munkelt, dass die Polizei am Ende der Umzüge so manche Bierleiche einsammeln musste…

Die Aktienbrauerei wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Es gab etliche Pläne für den Wiederaufbau, doch dieser wurde nie Wirklichkeit. Auf dem Gelände entstanden die Stadtwerke.


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