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Tag 161: Der Knöllchen-Rentner

Im Herbst 1998 sorgt ein Rentner in der Innenstadt für Recht und Ordnung. Er zieht mit der Kamera los, fotografiert Falschparker und meldet sie dem Ordnungsamt. Das verschickt daraufhin prompt Bußgeldbescheide. Ein Sachbearbeiter bei der Bußgeldstelle sagte damals zur Redaktion:. „Wenn wir Fotos von Privatleuten erhalten, müssen wir dem nachgehen und auch eine Verwarnung herausschicken.“ Dieses Vorgehen sei durchaus rechtens. Kaum ist der Artikel veröffentlicht, beginnt in der Stadt eine rege Diskussion. Die einen ärgern sich über „totalitäre Praktiken“ andere freuen sich über die unerwartete Hilfe für die Politessen. Doch für den Rentner haben die letzten Stunden seiner privaten Falschparker-Jagd bereits begonnen. Der Landkreis distanziert sich von seinen Beweismitteln und schickt dem Hildesheimer einen Brief: „Aufwand und Erfolg stehen bei der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten aufgrund ihrer privaten Serienanzeigen in krassem Mißverhältnis. Oftmals ist eine ausreichende Beweiserhebung nicht möglich.“ Das Ordnungsamt empfiehlt dem HIldesheimer kurzerhand, „sich künftig eines amtlich bestellten Anzeigenerstatters zu bedienen.“

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