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Tag 153: Der große Solarbahn-Flop

Anderthalb Jahre hatte der Marketing-Chef verhandelt, um in Hildesheim Stadtrundfahrten für Touristen anzubieten. Mit Stefan Tigges und dessen Solar-Bahn – „der ersten in Deutschland“, schwärmte Meyer-Mertel im Sommer 2014 kurz vor der Jungfernfahrt – meinte er, die richtigen Partner gefunden zu haben. Die Solarbahn brachte Besucher für acht Euro in einer einstündigen Rundfahrt zu den Glanzlichtern der Stadt: Marktplatz, Keßlerstraße, Dom und so weiter. Fünf Wochen später ist die Zusammenarbeit aber bereits wieder zu Ende: Der Mann aus Münster teilt der Marketing-Gesellschaft per Mail mit, dass er den Betrieb sofort einstelle.  Tigges war vor allem von den Einschränkungen durch das Rathaus bei Veranstaltungen genervt. Mit den Fahrgastzahlen zeigte sich der Unternehmer zufrieden, er sprach von durchschnittlich 40 bis 50 Kunden am Tag. Genug, um die laufenden Kosten weitgehend zu decken. Zu wenig, um die Bahn wirtschaftlich zu betreiben. Die erste Panne hatte es bereits bei der Probefahrt gegeben: An dem sanften Hügel vor der Michaeliskirche passte das Bähnchen. Da half nur, Ballast abzuwerfen: Die Passagiere mussten aussteigen, einige auch noch schieben.

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