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Tag 248: Das Haus der 46 Kaiser

1587 ließ Caspar Borcholten sein Wohnhaus in Hildesheim mit einer prächtigen steinernen Renaissance-Fassade schmücken. Es war das erste steinere Wohnhaus der Stadt. Seinen Namen erhielt es durch die Medaillons römischer Kaiser, die das Untergeschoß der Straßenfront am Langen Hagen schmückten. Am 22. März 1945 legten Bomben den einzigartigen Bau in Schutt und Asche. Die Trümmer wurden zunächst in der Martinikirche gesammelt. Gut drei Viertel der Hauptfassade wurden gerettet und später an verschiedenen Stellen in der Stadt gelagert. Vor allem der frühere Denkmalpfleger Kurd Fleige kümmerte sich um die steinerne Hinterlassenschaft. In 25 Jahren ist es ihm über Sponsoren gelungen, zerstörte Skulpturen rekonstruieren oder „reparieren“ zu lassen.

1995 gründete sich ein Verein zur „Wiederherstellung der Kaiserhausfassade“, der mit Erfolg dafür Geld sammelte. Der Rat gab grünes Licht für den Aufbau am Alten Markt, zugleich stellte die Stadt das Grundstück kostenlos zur Verfügung. Unter der Regie des Bildhauer Georg Arfmann setzten die Fachkräfte eines Natursteinbetriebes  die Platten, Reliefs, Skulpturen und Säulen originalgetreu zusammen. Im Oktober 1998 wurde die Kaiserhausfassade schließlich eingeweiht. Sie wurde in die Westseite eines sieben Millionen Euro teuren Neubaus integriert.

Name Kaiserhaus / 1. POL / Luftbild

 

Name Kaiserhaus / Fenstererker Ein prachtvoller Fenstererker ziert das Kaiserhaus

 

Fotos: HAZ

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