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Tag 354: Theater, Theater!

Hildesheim ohne Theater – das ist undenkbar? Doch was ist in der über 100-jährigen Theatergeschichte so alles passiert?

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Im Zweiten Weltkrieg wird das Stadttheater zerstört.

Am 15. September 1909 wird das Stadttheater fertiggestellt. Nur zehn Tage später beginnen die Proben für die erste Spielzeit. Der renommierte Theaterdirektor Oscar Lange steigt als Pächter ein. Am 2. Oktober 1909 wird das neue Theater in Anwesenheit vieler Ehrengäste glanzvoll eröffnet. Ein Platz Parkett-Sessel (die ersten vier Reihen des Parketts) kostete damals im freien Verkauf 2,50 Reichsmark zuzüglich Garderobengebühr und Billettsteuer.

Dann machte der Erste Weltkrieg die Spielzeit 1914/15 zunichte. Aus dem Pachttheater wird ein städtisches Unternehmen. Trotzdem wurde zum ersten Mal auch über eine Theaterschließung nachgedacht.

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Zwischenzeitlich muss das Stadttheater in die Halle 39 umziehen.

Auch der Zweite Weltkrieg beeinflusst das Theaterleben: Vorstellungen werden immer wieder durch Fliegeralarm unterbrochen, und auf den Personenzetteln (Programmhefte) befinden sich stets Hinweise auf die nächstgelegenen Schutzräume.

Im August 1944 werden die deutschen Bühnen geschlossen. Alle Kräfte wurden nun zur Unterstützung des „totalen Krieges“ gebraucht. Am 22. März 1945 wird das Theater bei dem Hauptangriff auf Hildesheim durch Bomben so schwer getroffen, dass es völlig ausbrennt und nur die Mauern stehen bleiben. Sämtliche Kostüme, Requisiten und Dekorationsteile verbrennen.

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Seit 2007 gibt es das Theater für Niedersachsen.

Doch es geht weiter: Am 10. September 1949 eröffnet das Schauspiel „Nathan der Weise“ von Lessing das neu erbaute Theater. Im Laufe der Jahre wird am Theater immer wieder gewerkelt. Hinterbühne, Kulissenmagazine, Garderoeben, Ballettsaal, neues Foyer. Doch es hilft nichts. In der Spielzeit 1996/97 muss das Stadttheater in die Halle 39 umziehen. Dort wird auch das umstrittene Kinderstück „Das besondere Leben der Hilletje Jans“ aufgeführt.

Aus der Landesbühne Hannover und dem Stadttheater Hildesheim wird in der Spielzeit 2007/08 dann das Theater für Niedersachsen (TFN). Hildesheim wird das Zentrum des neuen Theaterverbundes, die Schauspieler reisen durch Niedersachsen und spielen auch an 60 bis 80 Gastspielorten ihre Stücke.