line

Tag 219: Der Quizbox-Weltmeister

„Kandidat mit Köpfchen gesucht“ – so stand es in der E-Mail, die der Hildesheimer Christoph Teege im August 2012 von der TV-Produktionsfirma Brainpool erhielt. Bekannt ist Brainpool als Produzent von Stefan Raabs „TV total“ und „Schlag den Raab“. „Da habe ich mich vor zwei Jahren beworben“, sagt Teege. „So bin ich auf den Verteiler von Brainpool gekommen.“

Doch diesmal sollte es noch ein neues Format sein: Quizboxen. Dabei sollten die Kontrahenten nicht nur den ein oder anderen Haken austeilen, sondern zwischendurch auch Wissensfragen beantworten. Für diese „Sportart“ wurde sogar extra ein eigener Verband, der WQBA (World Quiz Boxing Association) gegründet.

Bis zum Kampfabend galt strengste Geheimhaltung. Niemand durfte wissen, dass Teege in der Fernseh-Show boxt. Wäre das vorher bekannt geworden, hätte ihn die Produktionsfirma disqualifiziert. Teege: „Vor Ort waren zwei Ersatzboxer, die mich oder meinen Gegner bei einer Disqualifikation ersetzt hätten.“ Seinen Gegner, den 42-jährigen PR-Berater Ole Müggenberg aus Hamburg lernte Teege ebenfalls erst am Kampfabend kennen.

Auf den Wettkampf vorbereitet hatte sich Teege mit einem speziellen Lauf- und Wissenstraining: „Ich bin vom Insel-Café den steilen Weg am Magdalenengarten hoch gelaufen. Oben habe ich komplett außer Atem Fragen einer Wer-wird-Millionär-App auf meinen Smartphone beantwortet.“ Eine gute Vorbereitung, denn voller Adrenalin und abgekämpft hat man in den Quizrunden manchmal ein Brett vor dem Kopf. „Vor dem Fernseher denkt man: Das muss der doch wissen. Doch da oben ist alles anders.“

Insgesamt sollte der Titelkampf über zehn Runden gehen. Abwechselnd standen sich die Gegner im Ring und vor dem Quizmonitor gegenüber. Den Sieg brachte Teege ein K.o. in der zweiten Runde. Sein Trainer am Ring hatte ihm den entscheidenen Tipp gegeben: „Schlag mehr mit der Rechten zu. Dein Gegner hat Schwächen in seiner linken Verteidigung.“ Gesagt, getan: Eine rechter Schlag auf den Kopf von Müggenberg brachte den Hamburger PR-Berater aus dem Konzept. Sofort setzte Teege mit zwei Linken und einer Rechten nach und Müggenberg lag am Boden. Der Ringrichter konnte Teeges Gegner nur noch anzählen und den Kampf beenden.

Teeges Lohn: 1,7 Millionen Zuschauer, 25.000 Euro Preisgeld, der Weltmeistergürtel der WQBA und ein einzigartiger Titel – Quizbox-Weltmeister.