line

Tag 127: „Nie mehr 2. Liga, nie mehr, nie mehr…“

Es ist die wahrscheinlich amüsanteste Auszeit der Welt: Die Hallenuhr zeigt auf 56:59 Minuten und der Gast aus Spenge nimmt noch einmal eine Auszeit. Ein paar Meter weiter bilden die Eintracht-Handballer einen Kreis, umarmen sich, hüpfen, tanzen und singen „Nie mehr 2. Liga“ – die Aufstiegsparty beginnt schon drei Minuten vor Abpfiff. Heute vor neun Jahren heißt es 29:21 gegen den TuS Spenge. Das bedeutet: wieder 1. Handball-Bundesliga.

Auf den Rängen gibt es kein Halten mehr – neben den gängigen „ Eintracht, Eintracht“-Rufen erweitern die rund 2000 Fans in der Halle 39 ihr Liedgut auf „Oh, wie ist das schön“ und „So ein Tag, so wunderschön …“ Einige von ihnen stürmen das Parkett und feiern ihre Handballer wie Popstars.

Pierre Limberg kündigt an, sich seinen Vollbart zu rasieren, der ihm dem Aberglauben nach in den vergangenen Wochen wohl Glück gebracht hat. Oben in der Kabine der Halle 39 darf Rechtsaußen René Boese den Akt vollbringen, er schneidet den Aufstiegsbart ab. Slava Gorpishin hat sich derweil aus der Arena verdrückt, um mal in Ruhe eine Zigarette zu rauchen.

Doch nicht lange, dann kehrt auch er wieder in die Halle zurück und feiert mit. Der Traum nach „Nie mehr 2. Liga“ erfüllt sich allerdings nicht. Wie in der Spielzeit 2000/01 bleibt die Eintracht auch diesmal nur eine Saison lang in der höchsten deutschen Spielklasse.

(Fotos: Hartmann)