Tag 356: Riesige Suchaktion für Zehnjährige

line

Polizeisuche nach vermissten Kind Hagentorwall 090922 Polizeisuche nach vermissten Kind Hagentorwall

Im September 2009 hält ein zehnjähriges Mädchen die Polizei auf Trab. Sie ist Autistin und aus einer Betreuungseinrichtung verschwunden. Bis zu 35 Beamte sind im Einsatz, außerdem ein Helikopter und Suchhunde.

Um sechs Uhr Morgens an einem Montag wird das Kind zum letzten Mal gesehen. Durch ein Kellerfenster in einer Einrichtung in der Schützenallee nimmt sie Reißaus. Zunächst nehmen die Ermittler die nähere Umgebung in den Fokus, Bus- und Taxifahrer werden befragt. Am Dienstag geht die Suche mit stärkerer Besetzung weiter. Neben 16 Hildesheimer Kräften sind zehn Bereitschaftspolizisten aus Hannover auf den Beinen, ein Hubschrauber tastet mit einer Wärmebildkamera die Innenstadt ab, acht Hundeführer der Polizeidirektion Göttingen durchkämmen die Gegend am Seniorengraben.

Der entscheidende Tipp kommt schließlich von einem Lebenshilfe-Mitarbeiter. Vom Römerring aus sieht er ein Mädchen auf den Gleisen spazieren – ein Mädchen mit grünbeigegestreiftem T-Shirt, einer fliederfarbenen Hose und schwarzem Haar, ganz so wie in der Vermisstenmeldung beschrieben.

Der Mann verständigt die Polizei, die sofort den Verkehr am Hildesheimer Bahnhof lahmlegen lässt. Fünf Minuten später sitzt die Zehnjährige in einer Streife. Ein bisschen dreckig im Gesicht, ein bisschen zerzaust. Und mit großem Hunger, wie sie deutlich zu verstehen gibt.

Wo genau sich das Mädchen in den 28 Stunden herumgetrieben hat, ist für die Polizei nicht mehr nachvollziehbar.