Tag 251: Das Duo, das Michael Jacksons Pass prüfte

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Name 000403/13/Jackson/Polizisten Polizei kontrolliert Michael Jackson. Bernd Janson, Matthias von Wagner (von links).

Nach der Star-Kontrolle: Bernd Janson und Matthias von Wagner im Jahr 2000. Foto: HAZ-Archiv

Es passierte ausgerechnet am 1. April, und die Polizisten Mathias von Wagner und Bernd Janson hatten im Jahr 2000 große Mühe, nicht für Scherzbolde gehalten zu werden. Doch am Ende glaubte man ihnen: Dass sie nämlich bei ihrer Streifenfahrt im Funkwagen „Hilde 59/27“ samstagmorgens auf dem Parkplatz Wülferode drei schwarze Autos entdeckten: zwei moderne VW-Busse und einen Mercedes-Geländewagen, allesamt im Parkverbot vor dem Autobahnklo.

Logisch, dass Janson und von Wagner da einschritten. Ihnen entgegen schritt jedoch sofort ein Schrank von einem Mann. Man werde gleich weiter fahren, sagte der Leibwächter. Und als die Polizisten dennoch die Papiere der Fahrer sehen wollten: „Bitte machen Sie nichts weiter, in einem der Fahrzeuge sitzt Michael Jackson.“ Von Wagner („Die waren sehr höflich, diese Bodyguards!“) erinnert sich an seine Antwort: „Und ich bin John Wayne.“

Seinerzeit ließ er sich dann die Papiere aller Insassen der komplett abgedunkelten Fahrzeuge bringen –  und hielt Sekunden später Michael Jacksons Ausweis in den Händen. An der Echtheit hatte er keine Zweifel. Sicherheitshalber verlangte er aber, mit seinem Kollegen Janson in alle Fahrzeuge sehen zu dürfen. Und tatsächlich: In einem der VW-Busse saß im Fond ein kleiner, schmächtiger Mann mit dunklem Anzug, Sonnenbrille und Palästinensertuch: der „King of Pop“ auf geheimer Tour durch Deutschland.

Dass sie einem Scherz aufgesessen sein könnten, schlossen die Polizisten aus. Wäre ein Double nicht ausgestiegen? Und wenn die „Versteckte Kamera“ am Werk war – warum wurde der Scherz nie publik? Auch die Dortmunder Firma Star-Travel-Service bestätigte den Polizisten später auf Anfrage kurz und knapp: „Ja, er ist es.“