Tag 242: Die Gummibärchen-Affäre

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365_gummi450Gummibärchen, rote, gelbe oder grüne, erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch in Wahlkampfzeiten ist manches anders. Der Vorwurf im Herbst 2001 aus den Reihen der SPD: Die CDU soll bei einem offiziellen Termin zu unlauteren Mitteln gegriffen und Gummibärchen als Wahlkämpfer eingesetzt haben. Alles fing harmlos an. Bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen des Hauses der Jugend überreichte Jugendhilfeausschuss-Vorsitzender Ekkehard Palandt (CDU) als Festredner in Vertretung von Oberbürgermeister Kurt Machens (CDU) einen Scheck und eine große neutrale Tüte – für die Wählergeneration von übermorgen.

Die Überraschung war groß, als die große Tüte nach der Veranstaltung geöffnet wurde. Viele kleine Tüten mit Gummibärchen kamen zum Vorschein. Der Aufdruck „Kurt und gut! CDU“ brachte den stellvertretenden Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Bange in Rage. Der SPD-Ratsherr wittert einen Skandal. In einem Brief seiner Fraktion will Bange von Oberstadtdirektor Dr. Konrad Deufel (CDU) wissen, wie dieser als Gemeindewahlleiter den Vorfall juristisch und politisch bewertet, ob besagte CDU-Gummibärchen auch noch in anderen städtischen Institutionen verteilt werden sollen und welche Konsequenzen der Vorfall für Machens und Palandt haben werde. Der SPD-Ratsherr fordert, den Vorgang im Jugendhilfeausschuss aufzuarbeiten.

Rückblickend haben die Gummibärchen das Kräftegefüge in der Stadt dann doch nicht verändert.  Im Rathaus blieben die Mehrheiten nach der Wahl im Prinzip unverändert. Die CDU blieb mit 21 Sitzen stärkste Kraft. Die SPD errang mit leichten Zugewinnen 19 Sitze (vorher 17). Die Grünen büßten einen ihrer fünf Sitze ein. Die BAH brachte es auf einen Sitz (2), die FDP auf zwei (1). Kurt Machens blieb Oberbürgermeister.