Tag 183: Das Hildesheimer Phantomtor

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Borussia Dortmund hatte damals bereits eins, der FC Bayern München hatte eins,  da wollte sich auch der VfR Germania Ochtersum nicht lumpen lassen und schoss am 22. April 2007 während der Partie gegen den SV Einum auch das erste Hildesheimer Phantomtor.

Zunächst ging der SV Einum durch einen direkt verwandelten Freistoß in Führung. Schon der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen, da die Schiedsrichterin einen indirekt ausgeführten Freistoß anzeigte.

Regulärer Treffer oder Phantomtor?

Die Ochtersumer reagierten wütend und drängten auf den Ausgleich. Dann zog Sebastian Schenk einfach mal aus der Distanz ab. Der Einumer Torwart musste den Ball aus dem Netz holen. Wie er dort gelandet war, darüber herrschte weitgehende Uneinigkeit unter Spielern, Betreuern und Zuschauern. „Ein reguläres Tor“, meinten natürlich die Ochtersumer. Der Ball sei vom Fangzaun hinter dem Gehäuse durch das Außennetz ins Tor geraten, behaupteten die Einumer. „Der Ball ging eineinhalb Meter vorbei“, ist sich Trainer Michael Lang sicher. Die Unparteiische hatte die Flugbahn des Balles nicht so genau verfolgt. Sie holte sich Rat bei ihrem Assistenten. Der hatte den Ball drin gesehen. So lautete die Entscheidung denn auch: Tor!

Das spielte endete 2:2-Unentschieden. Die Einumer legten danach Protest ein. Doch das Kreissportgericht lehnte den Einspruch ab: Entscheidend sei, ob ein Regelverstoß vorgelegen habe. Dies sei nicht der Fall. „Die Schiedsrichter haben nach eigenem Ermessen eine Tatsachsenentscheidung getroffen. Davon rückten sie auch vor dem Kreissportgericht nicht ab. Also bleibt es beim Endergebnis von 2:2.“

Ob der Ball nun wirklich drin war oder nicht, wird keiner wohl je mit Sicherheit wissen. Klar ist allerdings: Ein Ochtersumer gehört nun zur illustrieren Reihe der Phantomtorschützen – Reinhold Wosab, Thomas Helmer,  Sebastian Schenk.