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Tag 358: ZDF-Fernsehgottesdienst aus dem Hildesheimer Dom

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Fotos: Hartmann

Rund 1,5 Millionen Deutsche und Österreicher verfolgen an Weihnachten 2005 den ZDF-Fernsehgottesdienst aus dem Hildesheimer Dom. Die Fernsehpredigt von Hans-Georg Koitz vor rund 700 Besuchern im Dom ist damals auf einen alltäglichen Satz aufgebaut: „In deiner Haut möchte ich nicht stecken.“ Ein Rückblick:

Heiligabend, Vormittag: Generalprobe für den Fernsehgottesdienst am ersten Weihnachtstag. Weihbischof Hans-Georg Koitz ist nervös, predigt dennoch voller Ernst vor leeren Bänken. Der 17-jährige Messdiener Benedikt Ernst aus Hasede gesteht schon nach 20 Minuten: „Ich bin völlig durchgeschwitzt – mit dem Weihrauch kann man so viel falsch machen!“

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Erster Weihnachtstag: Bevor die ersten Besucher kommen, hat die Polizei mit einem Spürhund den Dom abgesucht. „Es gibt keine Bombendrohung“, sagt Pater Max Cappabianca von der katholischen Fernseharbeit. „Aber man kann nie wissen.“ Draußen im Ü-Wagen des ZDF herrscht entspannte Atmosphäre, neugierige Familien dürfen sich das technische Herz der Sendung von innen angucken. Als der Dom sich gefüllt hat, gibt Cappabianca Regie-Anweisungen: „Wir spielen kein Theater – aber zeigen Sie die Feierlichkeit des Gottesdienstes auf ihren Gesichtern.“ Als er sich bei den rund 35 ZDF-Mitarbeitern bedankt, „die Weihnachten arbeitend hier im Dom verbringen“, brandet Beifall auf.

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Punkt 10.45 Uhr gibt Aufnahmeleiter Peter Steidler das Signal für den Einzug. Ab jetzt ist alles live. Der Dom strahlt in dezentem blau-gelbem Licht. Weihbischof Koitz stellt kurz das „von der Ausdehnung her größte deutsche Bistum“ vor und erzählt die Legende vom tausendjährigen Rosenstock, dann beginnt der eigentliche Gottesdienst. Er klappt wie am Schnürchen. „Perfekt“, wird Pater Max später loben. Auch wenn das Fernsehbild leicht wackelt, wenn vorn die Kameras hin- und herfahren. Und auch, wenn der Pater am Schluss die Austeilung der Kommunion unterbricht. „Sonst hätten wir den Auszug aus dem Dom nicht mehr ins Bild bekommen“, erklärt er. Schließlich wartet Papst Benedikt XVI mit dem Segen „Urbi et Orbi“ nicht auf die Hildesheimer, das ZDF will nach Rom schalten.

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Die Gottesdienst-Besucher applaudieren zum Abschluss lange. „Ich war überrascht, wie wenig die Fernsehleute gestört haben“, lobt ein Hildesheimer. Auch die Akteure sind glücklich: „Bei der Generalprobe waren wir richtig nervös, heute war es ganz prima“, sagt Chorsängerin Hilke Hübner. „An die Kameras haben wir kaum gedacht.“ Messdiener Godehard Hecke geht es ähnlich: „Ich war nicht nervös, und es hat alles geklappt.“