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Tag 345: Wie aus Merkur erst Horten und dann Kaufhof wurde

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Das Kaufhaus Merkur (links). Foto: Wetterau/Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg

Am 5. September 1957 drängen sich rund 4000 Hildesheimer in der Alms- und Jakobistraße. Die HAZ schreibt damals: „Wer klein war, hat vor Menschen nicht viel gesehen.“ Der Grund der Aufregung: Nach einigem Hin und Her und genau 102 Tagen Bauzeit eröffnet das frisch gebaute Hildesheimer Kaufhaus Merkur.

Eröffnung des Kaufhauses Merkur.

Merkur ist eine Zweigniederlassung der Horten Aktiengesellschaft, Konzernchef ist Helmut Horten. Im März 1969 wird bekannt: Horten will einen Neubau zwischen Almsstraße, Jakobistraße, Gerberstraße und Rosenhagen – das Kaufhaus Merkur soll mit eingeschlossen werden. Einige Häuser rundherum werden daraufhin abgerissen, am 28. Februar 1970 zieht Merkur aus dem Gebäude aus. Vorübergehend gibt es ein Interims-Kaufhaus in der Stresemannstraße. Das Merkur-Haus wird daraufhin ebenfalls abgerissen.

Der Neubau dauert allerdings viel länger als erwartet. Denn die Bauarbeiter stoßen immer wieder auf Hindernisse im Untergrund – wie etwa Schuttmassen und Pfahlroste aus vergangenen Jahrhunderten.

Am 28. Oktober 1971 ist es sowiet: Das neue Warenhaus Horten eröffnet, es gibt 100.000 Artikel aus 50 Ländern in 80 Abteilungen.

Name 40 Jahre Horten

In den 90er Jahren übernimmt der Kaufhof-Konzern in Etappen die Mehrheit am Konkurrenten Horten. 1998 lässt Kaufhof das Horten-Gebäude in Hildesheim acht Wochen lang renovieren und investiert 7 Millionen Mark. Aus der Horten GmbH ist mittlerweile die Kaufhof AG geworden. Am 26. März 1998 eröffnet das umgebaute Haus als Galeria Kaufhof.