line

Tag 282: Der Tod kam in Hildesheim

Wussten Sie, dass Oskar Schindler die letzten Wochen seines Lebens in Hildesheim verbrachte – und hier am 9. Oktober 1974 im Bernwardkrankenhaus starb? In der Alfelder Straße, Ecke Hachmeisterstraße, gibt es deshalb eine Erinnerungsstele.

Oskar Schindler, am 28. April 1908 in Zwittau in Österreich-Ungarn geboren, war Unternehmer und rettete während des Zweiten Weltkriegs mehr als 1200 Juden als Beschäftigte in seinem Betrieb vor der Deportation in die Vernichtungslager. Lange blieb die Erinnerung an Schindler nur vage, erst als ein Hollywood-Film sein mutiges Auftreten in Szene setzte, wurde der Mann weltbekannt. Schindler, der für seinen Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse, dem Martin-Buber-Friedenspreis und dem päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet worden war, starb am 9. Oktober 1974 im Hildesheimer Bernward-Krankenhaus.

Zuvor hatte er in seinen letzten Lebensjahren wiederholt über längere Zeit in der Hildesheimer Göttingstraße gelebt. Vier Original-Exemplare der berühmten Namensliste sowie insgesamt 3600 Dokumente wurden dort 1997 in einem Koffer auf dem Dachboden entdeckt. Das Ehepaar Stähr hatte sie dort nach Schindlers Tod aufbewahrt. Annemarie Stähr war über Jahre eine Geliebte Oskar Schindlers und gilt seinen Biografen als wichtigste Bezugsperson gegen Ende seines Lebens. Stährs Mann Heinrich, der selbst außereheliche Beziehungen pflegte, tolerierte das Verhältnis. Die Stährs pflegten Schindler am Ende seines Lebens in ihrer Wohnung, ehe er ins St.-Bernward-Krankenhaus verlegt wurde, wo er vier Wochen später starb.