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Tag 50: Geistersumpf, Nervenklinik, Sterne-Hotel

 

 

 


Februar 1976: Die letzten Patienten der einstigen Nervenklinik verlassen die Sülte. Das H-förmige Gebäude wurde zwischen 1846 und 1848 als so genannte Irrenanstalt gebaut. In den 70er und 80er Jahren gibt es viele Pläne für das Gebäude und Gelände. Mal soll es abgerissen werden, damit dort eine Stadthalle gebaut werden kann, mehrere Konzerne wollen ein Hotel daraus machen, zwischendurch möchte der Landkreis dort ein neues Kreishaus bauen.

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1998 steht fest: Noch rechtzeitig zu Beginn der Expo 2000 will eine Hildesheimer Investorengruppe um Gustav Lüder und Dieter Bettels die Sülte in ein Hotel mit Veranstaltungszentrum verwandeln, das die Dorint AG betreiben wird. 1999 startet das das 25-Millionen-Projekt . Die Stadt beteiligt sich für die Errichtung des Veranstaltungssaals mit sieben Millionen Mark. Am 16. Februar 2000 eröffnet das Dorint-Hotel.

 

 

 

suelte_neu2005 wird daraus ein „ Dorint Novotel Hildesheim“, 2007 dann schlicht „Novotel“.

Übrigens: Unter Bischof Godehard hatten die Hildesheimer regelrecht Angst vor dem Gelände – es war ein sumpfiges Gebiet, in dem Dämonen hausen sollten. Die Sümpfe lagen vor der Stadt, und die Geschichtswissenschaft geht davon aus, dass Bischof Godehard (1022-1038) mit Absicht den gefürchteten Ort wählte, um eine kirchliche Bastion zu bauen. Die Irrlichter im Sommer und das nächtliche Blubbern im Moor ließen das Volk glauben lassen, an der Quelle Sulza liege ein Schlupfwinkel der Geister. 1022 weihte Godehard die Kapelle auf der Sülte. „Aller Teufelspack war ausgerottet“, heißt es in den Schriften.