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Tag 349: Opa Karl und seine Enten

Die Geschichte um Opa Karl und seine Enten beginnt mit einem Drama im Sommer 1999. Auf dem Unsinnbach dreht die Entengroßfamilie mit 13 Küken wie jeden Tag ihre Runden, als plötzlich ein Vierbeiner die Ruhe stört. Ein Hund folgt seinem Jagdinstinkt und stürzt sich auf die Vögel. Das Muttertier und vier der Küken kommen ums Leben.

Einer, der von dem Vorfall besonders entsetzt ist: Karl Filipiak. Er wohnt direkt am Bach. Immer wieder geht er hin, um zu sehen, was aus den verwaisten Entenkindern wird. Über Tage lassen sie sich nicht blicken. Eines Abends aber tauchen sie plötzlich wieder auf. Er wirft ihnen Weißbrot hin und geht zurück in Richtung Garten. Er ist nicht allein. Hinter ihm klettern die Enten im Watschelgang die Böschung hinauf. Von da an sind sie regelmäßige Besucher in seinem Garten.

Und er sorgt gut für sie: bei Wasser, Weißbrot und Getreidekörner lässt es sich gut aushalten. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch den Garten verabschieden sich die Gäste regelmäßig gegen Abend in Richtung Bach. Und so wird Karl Filipiak zum „Bavenstedter Enten-Opa“.

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Tag 348: Lou Bega & Co rocken die Jo-Wiese mit 41.000 Fans

Name 990607/Jo-Bad/Fans Kindertag im Jo-Bad.

Fotos: Andreas Hartmann

Es ist Sonntag, der 6. Juni 1999, am Hohnsensee steigt eine Riesenparty. Die HAZ schreibt: „Erwartet werden die Abräumer der Pop-Charts.“ Und tatsächlich: Der erste Kindertag in der Jo-Wiese wird mit 41.000 Zuschauern ein großer Erfolg

Veranstalter sind ffn, die HAZ, die Agentur Scherer und friends sowie „funiversum“. Einige Fans verbringen die Nacht vor dem Event am Hohnsenseeufer, um auch ja einen guten Platz zu kriegen. Um Punkt 13 Uhr betritt Oberbürgermeisters Kurt Machens die Bühne.

Name 990607/Jo-Bad/Kindertag/Glogowski OB Kurt Machens, MP Gerhard Glogowski.

Oberbürgermeister Kurt Machens und Ministerpräsident Gerhard Glogowski.

Und dann geht’s auch schon los: Kaum ist die Eröffnungsband Touché angesagt, müssen die ersten kreischenden Mädchen von den Helfern über das Absperrgitter gehievt werden. Einigen Kids geht vor Aufregung im Gedränge die Puste aus, Tränen der Verzweiflung stehen ihnen in den Augen.

Name 990607/Jo-Bad/Helfer Kindertag im Jo-Bad.

Weiter geht’s: Verkaufs-Bestseller Lou Bega singt seinen Mambo No. 5 immer und immer wieder.

Name 990607/Jo-Bad/Kindertag/Lou Bega

Lou Bega

Und auch der Rest kann sich sehen lassen an diesem Tag: Wie beim Staffellauf geben sich Pop-Stars die Klinke in die Hand –  Philipp, Kisha, 2-4 Family, Sqeezer, Franky der Unkaputtbare, Das fröhliche Dutzend, Heath Hunter, Blue Nature, Spektacoolär, Howard Jones, Ray Horton, José Castro, Alex Prince und Nana.

Name 990607/Jo-Bad/Heath Hunter Kindertag im Jo-Bad.

Heath Hunter

Hach, war das schön – damals in den 90ern in Hildesheim.

Name 990607/Jo-Bad/Kindertag/von oben

Name 990607/Jo-Bad/Blue Nature Kindertag im Jo-Bad.

Blue Nature

Name 990607/Jo-Bad/Kindertag/Masse

Name 990608/Jo-Bad/Bega Sabine Rotzoll, Lou Bega.

Lou Bega im Pressezelt


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Tag 347: Die Weihnachtszeder der Nordstadt

Die Zeder in der Fichtestraße 55 sollte es eigentlich gar nicht geben und doch wurde sie zu einem festen Treffpunkt, nicht nur für die Nordstädter.

„Wie in der Straße üblich sollte dort ein Obstbaum gepflanzt werden“, erzählt Klaus Schlüter, „der damalige Mieter wollte aber lieber einen anderen Baum.“ Also: eine Zeder. „Ab Anfang der 90er Jahre haben wir den Baum zu Weihnachten immer geschmückt. Beim ersten Mal waren es 780 Kerzen, 2012 waren es 3600 und zuletzt 15 000 LEDs“, erzählt Schwiegertochter Okka Schlüter.

Okka und Klaus Schlüter blättern in der Vergangenheit - damals stand ihre Zeder noch. Foto: Borm

Okka und Klaus Schlüter blättern in der Vergangenheit – damals stand ihre Zeder noch. Foto: Borm

Der Moment der Erleuchtung wurde Jahr für Jahr zum festen Termin für etliche Anwohner. „Am ersten Advent um 17 Uhr haben wir immer den Stecker eingesteckt, da standen die Leute schon vor dem Haus und haben gewartet.“ Nur einmal ließen sie die Lichter eine Stunde früher flackern. „Jemand hatte Besuch aus Amerika, die mussten ihren Flieger bekommen, da haben wir eine Ausnahme gemacht. Mit Klappstuhl und Bier haben sie sich das dann angeschaut,“ erinnert sich Okka Schlüter.

Teilweise habe die Polizei bei den Adventstreffen in der Nordstadt sogar die Straße abgesperrt und spätestens seit eine Cousine in einem Jahr Krapfen gebacken und Okka Schlüter Glühwein gemacht hatte, war so etwas wie ein Mini-Weihnachtsmarkt entstanden. „Die Leute haben dann gefragt: Gibt es wieder Krapfen? Und im vergangenen Jahr haben wir schließlich 280 Krapfen verteilt und 60 Liter Glühwein ausgeschenkt.“

In diesem Jahr wird es allerdings kein Leuchten mehr geben. Der Baum ist weg. Im März sind die Baumfäller angerückt, was blieb ist ein Stumpf, umrahmt von Sägespänen, und ein paar Äste. „14 Meter war der Baum hoch und ragte schon über den Giebel.“ Ein Sturm brachte den Baum in eine starke Schräglage, ein Landschaftsgärtner habe den Schlüters schließlich dazu geraten, die Zeder fällen zu lassen. Der Stamm hatte schon Schäden, in zwei, drei Jahren hätten er zwar ohnehin entfernt werden müssen. Trotzdem: „Da fehlt was. Und plötzlich kommt hier so viel Licht rein. Wir sind schon traurig, dass er weg ist.“


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Tag 346: Sorsum in Zahlen


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Tag 345: Wie aus Merkur erst Horten und dann Kaufhof wurde

merkur

Das Kaufhaus Merkur (links). Foto: Wetterau/Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg

Am 5. September 1957 drängen sich rund 4000 Hildesheimer in der Alms- und Jakobistraße. Die HAZ schreibt damals: „Wer klein war, hat vor Menschen nicht viel gesehen.“ Der Grund der Aufregung: Nach einigem Hin und Her und genau 102 Tagen Bauzeit eröffnet das frisch gebaute Hildesheimer Kaufhaus Merkur.

Eröffnung des Kaufhauses Merkur.

Merkur ist eine Zweigniederlassung der Horten Aktiengesellschaft, Konzernchef ist Helmut Horten. Im März 1969 wird bekannt: Horten will einen Neubau zwischen Almsstraße, Jakobistraße, Gerberstraße und Rosenhagen – das Kaufhaus Merkur soll mit eingeschlossen werden. Einige Häuser rundherum werden daraufhin abgerissen, am 28. Februar 1970 zieht Merkur aus dem Gebäude aus. Vorübergehend gibt es ein Interims-Kaufhaus in der Stresemannstraße. Das Merkur-Haus wird daraufhin ebenfalls abgerissen.

Der Neubau dauert allerdings viel länger als erwartet. Denn die Bauarbeiter stoßen immer wieder auf Hindernisse im Untergrund – wie etwa Schuttmassen und Pfahlroste aus vergangenen Jahrhunderten.

Am 28. Oktober 1971 ist es sowiet: Das neue Warenhaus Horten eröffnet, es gibt 100.000 Artikel aus 50 Ländern in 80 Abteilungen.

Name 40 Jahre Horten

In den 90er Jahren übernimmt der Kaufhof-Konzern in Etappen die Mehrheit am Konkurrenten Horten. 1998 lässt Kaufhof das Horten-Gebäude in Hildesheim acht Wochen lang renovieren und investiert 7 Millionen Mark. Aus der Horten GmbH ist mittlerweile die Kaufhof AG geworden. Am 26. März 1998 eröffnet das umgebaute Haus als Galeria Kaufhof.


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Tag 344: Das Hildesheim der Zukunft – Folge 15 mit Marie-Sophie

Hildesheim ist 1200 Jahre alt, schön und gut. Aber wie sieht die Stadt wohl aus, wenn sie erst 2400 Jahre alt ist? Hildesheimer Kinder von der Grundschule Moritzberg wagen den Blick voraus – 1200 Jahre in die Zukunft.

Folge 15: Marie-Sophie Weißer, 10 Jahre

150713-hildesheim in 1200 Jahren 36In Marie-Sophies Hildesheim der Zukunft gibt es alles, was eine Stadt so braucht. Etwa eine Schule für Kinder, in der überall Kissen zum Ausruhen liegen. In den Supermärkten ist alles kostenlos. Außerdem gibt es Tierhäuser für Tiere, eine Ballettschule, ABC-Häuser zum Lernen, eine Badeanstalt und ein Hotdog-Haus zum Essen. Das Schuhgeschäft ist – natürlich – in einem Schuhaus untergebracht.

Zudem gibt es unter anderem ein Bauhaus für Künstler, ein Liebeshaus für Liebespaare, ein Ananashaus und ein Sonnenhaus zum Glücklichwerden.

Und so sieht das Ganze im Detail aus – zum Vergrößern bitte anklicken!

150713-hildesheim in 1200 Jahren 37


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Tag 343: Diessel – eine Erfolgsgeschichte aus Hildesheim

Name 990612/Diessel/Leitung Börge Diessel, Victor Diessel.

Firmen-Chef Victor Diessel (rechts) und sein Sohn Börge Diessel im Jahr 1999.

Das mittelständische Hildesheimer Familienunternehmen Diessel GmbH & Co. hat eine lange Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Firma mit Sitz in Bavenstedt agierte weltweit – bis sie im Jahr 2003 durch den GEA-Konzern übernommen wurde.

Name 031001/13/Firma Diessel

Die Firma Diessel im Jahr 2003.

Diessel bestand seit 1924. Das Unternehmen war zwar im Ortsteil Bavenstedt beheimatet, aber in der ganzen Welt zu Hause. Produziert wurde allein in Bavenstedt. Anders als viele Unternehmer, die Produktionen aus Kostengründen nach und nach ins Ausland verlegen, wollte Diessel GmbH & Co von solchen Alternativen nichts wissen. Diessel-Chef Viktor Diessel sagte im Jahr 1995 zur HAZ: „Wir wollen den Standort Hildesheim sichern. Solange es irgendwie machbar ist, werde ich eine Produktion im Ausland verhindern.“ Diessel exportierte in mehr als 100 Länder.

Name 990602/Diessel/Werkstatt 1926

Eine Diessel-Werkstatt im Jahr 1926.

Das Unternehmen produzierte mit Hunderten Mitarbeitern Anlagen und Steuerungen für die medizinische und pharmazeutische sowie für die Getränke- Industrie. Ein Produkt unter vielen war zum Beispiel eine Schlauchbeutel-Abfüllmaschine für Milch. Hinzu kamen etwa verschiedene Volumenmessgeräte, die in Füllmaschinen zur exakten Mengenbegrenzung eingesetzt werden. Diese Maschinen füllen zum Beispiel Joghurt, Cola-Getränke und Bier in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ab sowie Infusionslösungen oder Sirup in der Pharmaindustrie.

Name Diessel-Anlage in Italien

Eine Diessel-Anlage in Italien.

Name 990602/Diessel/Alter Laster

Ein alter Diessel-Laster.


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Tag 342: Der alte Theater-Garten und Knaup’s Restaurant

knaup_01 - Kopie

Fotos: Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg

Im Jahr 1873 eröffnete Gastwirt Knaup in der Teichstraße eine Gaststätte mit angeschlossenem Theatersaal. Dort gab es bis zum Bau des heutigen Theaters (1909) Aufführungen und Feste. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder etwas um- oder angebaut. Auf der Ecke Marien-/Teichstraße entstand das Knaup’s Etablissement mit Garten – die Hildesheimer sprachen fortan vom Theater-Garten. Zur Marienstraße hin gab es eine massiv gebaute lange Veranda. Das Lokal selbst war sehr fein ausgestattet und hatte verschiedene Eingänge. Geschäftsleute und angesehene Vereine hielten dort ihre Stammtische ab – die Juristen nannten sich etwa „Knaup’sche Tischgesellschaft“.

knaup_02 - Kopie

Neben dem Theater-Neubau entstand schließlich noch eine Musik-Muschel mit dahinter liegendem Wandelgang und Zugang zum Theater. An lauen Sommerabenden gab es Konzerte, die Hildesheimer saßen im Gartenlokal oder flanierten die Marienstraße auf und ab.

Im alten Gesellschaftshaus zwischen Theater und Knaup fanden Feste und Bälle statt, der Eingang war in der Teichstraße. Unter diesem Haus wurde auch ein Luftschutzkeller gebaut, der zunächst viele Angriffe überstand. Bei einem Angriff Anfang 1945 wurden jedoch die Ausgänge verschüttet und überwiegend Frauen und Kinder waren hilflos eingeschlossen. Soldaten aus der Steingruben-Kaserne und Männer aus der Nachbarschaft griffen allerdings ein und retteten alle aus dem Keller. Beim Großangriff auf Hildesheim wurden Haus und Garten dann restlos zerstört und nie wieder aufgebaut.


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Tag 341: Sporthaus Eisholz – Aufstieg und Niedergang

Repro: Chris Gossmann

Repro: Gossmann

Am 22. Juli 1894 wird Otto Eisholz in Hannover geboren, 1919 zieht er als 25-Jähriger nach Hildesheim. Gegenüber der damaligen Kreissparkasse am Hohen Weg gründet er das Sporthaus Eisholz. Das Credo: Sportliche Höchstleistungen sind nur möglich, wenn die Sportler mit erstklassigen Geräten, Schuhen und Bekleidung ausgerüstet werden.

Das Geschäft läuft gut, Eisholz führt es zunächst gemeinsam mit Ehefrau Tilly, 1927 vergrößert das Paar den Laden von 40 auf 130 Quadratmeter. Es gibt Sportgeräte und Kleidung. Doch dann beginnt der Zweite Weltkrieg, das Sporthaus Eisholz wird komplett zerbombt.

Nach dem Krieg startet Otto Eisholz gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Robert Oelschläger mit einem neuen Geschäft in der Katharinenstraße, Oelschläger wird schließlich Teilhaber. 1950 zieht das Geschäft in einen großen Neubau mit 600 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Ecke Schuhstraße/Altpetristraße. Die HAZ schreibt damals, damit werde die Schuhstraße nach und nach zu einer „repräsentativen Geschäftsstraße“.

Als Otto Eisholz im Jahr 1969 seinen 75. Geburtstag feiert, übergibt er sein Geschäft komplett an Oelschläger. Nach Oelschlägers Tod 1981 führt dessen Frau Susanne Oelschläger das Haus, später übernimmt Tochter Sabine Oelschläger.

Susanne Oelschläger

2007 schließt Sport Eisholz wegen sinkender Erlöse.


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Tag 340: Das Hildesheim der Zukunft – Folge 14 mit Arda

Hildesheim ist 1200 Jahre alt, schön und gut. Aber wie sieht die Stadt wohl aus, wenn sie erst 2400 Jahre alt ist? Hildesheimer Kinder von der Grundschule Moritzberg wagen den Blick voraus – 1200 Jahre in die Zukunft.

Folge 14: Arda Yener, 8 Jahre

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In Hildesheims Untergrund werden in 1200 Jahren Diamanten gesammelt. Außerdem leben Dinosaurier in der Stadt. Die Menschen sind mit Laserwaffen bewaffnet und versuchen, die Dinosaurier einzufagen und in einen Dino-Park zu stecken. Für diese Jagd fahren die Menschen in speziellen Autos umher.

Und so sieht das Ganze im Detail aus – zum Vergrößern bitte anklicken!

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Tag 339: Backen für den Weltrekord

Bäckermeister Godehard Höweling aus Ochtersum hat Großes vor: Beim Weihnachtsmarkt in Diekholzen möchte er am ersten Advent 2003  die höchste Stollenpyramide der Welt präsentieren. Tag für Tag werden 60 „Hildesheimer Domstollen“ nach einem besonderen Rezept gebacken. In der heißen Phase wird die Stollenproduktion auf 90 Stück pro Tag erhöht. Um die knapp drei Meter hohe Pyramide zu füllen, werden mindestens 500 Stollen benötigt, die jeweils ein halbes Kilogramm wiegen. Am Ende sind es 665 Stollen in einer Pyramide. Gesamtgewicht: 332,5 Kilogramm.

Name 031201/19/Rekord-Stollen Godehard Höweling (rechts).

Am Morgen des 1. Advent sieht es für das Vorhaben zunächst alles andere als gut aus. Heftige Sturmböen drohen, die etwa drei Meter hohe Weihnachtspyramide umzuwerfen. Mit vereinten Kräften gelingt es, das Gerüst in letzter Sekunde sichern. Schwierig gestaltet sich wegen des starken Windes das Umwickeln der Pyramide mit Papier. Schließlich sollte bis zur offiziellen Enthüllung am Mittag die prall gefüllte Pyramide niemand sehen.

Doch der Bäcker hat Glück, der Rekord-Versuch gelingt. Und bis zum Abend sind alle Stollen an die Weihnachtsmarktbesucher verkauft.

Ein Jahr später räumt Höweling mit seinem Domstollen übrigens noch den Stollen-Oskar ab. Der Marketing-Preis wird von einer Margarinefirma vergeben. Der Hildesheimer Domstollen setzt sich gegen die Konkurrenz aus 386 Betrieben durch.

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Tag 338: Anfahrt mit Hindernissen

2014 ging so manches schief, als die Tanne für den Weihnachtsmarkt aufgestellt werden sollte…

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Tag 337: Hildesheimer Pumpernickel

Schwarzbrot? Oh nein, weit gefehlt. Das Hildesheimer Pumpernickel hat rein gar nichts mit einer trockenen Stulle zu tun. Und es hat deutlich mehr Kalorien. Die Keks-Spezialität in Rauten-Form ist sehr zuckerhaltig, schmeckt ein wenig wie Spekulatius. Ein Bäckermeister hat uns ein altes Rezept verraten, nach dem schon sein Großvater gebacken hat.

Zutaten: 4 Eier, 750 Gramm Zucker, 750 Gramm Mehl, 1/2 Packung Backpulver, 100 Gramm gemahlene Nüsse, 1 Teelöffel Zimt, 1 Teelöffel Nelken, etwas Kakao für die Farbe, 2-3 Esslöffel Milch

Und so gehts: Eier und Zucker gut verrühren. Die anderen Zutaten dazugeben und verkneten. Portionsweise etwa vier Millimeter dick ausrollen und Streifen in Blechlänge ausschneiden – etwa zehn Zentimeter lang und fünf Zentimeter breit. Jeweils drei Stück aufs gefettete Blech legen; am besten auf Backpapier. Die Streifen mit verrührtem Eigelb bepinseln. Backen bei Mittelhitze – das heißt zehn bis zwölf Minuten bei etwa 180 Grad Umluft. Die Pumpernickel sind fertig, wenn sie goldbraun sind. Expertentipp: Je dunkler ein Keks wird, desto mehr Röststoffe bilden sich. Und die bewirken, dass das Gebäck bitter wird. Daher Kekse lieber etwas zu früh aus dem Backofen nehmen als zu spät.

Sehr wichtig: Die Pumpernickel nach dem Backen sofort in Stücke schneiden und vom Blech lösen, solange der Teig noch warm ist. Ansonsten wird er bröckelig. Die Zutaten ergeben vier bis fünf Bleche. Die fertigen Leckereien im Steintopf aufbewahren oder in Folie einschlagen, damit sie nicht weich werden. Wer seine Kekse weniger süß mag, verwendet einfach weniger Zucker. Aber Vorsicht: Stattdessen die gleiche Menge an Mehl hinzufügen, das bindet die flüssigen Eier.

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Tag 336: Bimmelbahn auf dem Abstellgleis

Name Weihnachtsmarkt Eisenbahn

16 Jahre lang drehte die Kindereisenbahn von Julius Ahrend während des Weihnachtsmarktes ihre Runden um den Rolandbrunnen auf dem Marktplatz. Das markante Knatschen gehörte genauso dazu, wie das Läuten der Bimmel im Führerstand. Doch damit war 2008 Schluss. Die Kinderbahn wurde vom Rolandbrunnen vor dem Rathaus auf den Pferdemarkt verlegt. Doch dort liefen die Geschäfte nicht. Nach wenigen Jahren war Schluss mit der Bimmelbahn auf dem Weihnachtsmarkt.

Weihnachtsmarkt 061227 Weihnachtsmarkt

Fotos: HAZ-Archiv


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Tag 335: Skandal im Stadttheater

Erst entzweit im Dezember 1999 das Kinderstück des Stadttheaters „Das besondere Leben der Hilletje Jans“ die Geister. Die Frage ist, was Theater nun darf und soll oder nicht. Die Produktion ist von Eltern und Lehrern als „grausam und verantwortungslos“ kritisiert worden, als „Zumutung“, weil sie zur Weihnachtszeit nicht besinnlich genug sei: Hilletje Jans ist ein Waisenkind im 18. Jahrhundert, das unschuldig des Mordes angeklagt wird und ins Gefängnis kommt. Nach ihrer Entlassung verkleidet sie sich als Mann und wird ein berühmter Kapitän. 15 Prozent der vorbestellten Karten werden zurückgegeben. Dann bekommt der Theater-Intendant Morddrohungen.

„Wir kriegen dauernd Anrufe: Was ist los in Hildesheim?“ Dr. Martin Kreutzberg, Intendant des Stadttheaters, weiß damals auf die Frage keine Antwort. Anonyme Drohungen gehen an seine Adresse, gleich drei innerhalb weniger Tage: „Das Messer wartet auf dich.“ Solche Reaktionen, berichtet ert, habe es bei dem 16 Jahre alten Stück von Ad de Bont noch in keiner anderen Stadt gegeben. Mehr als 1000-mal ist „Hilletje Jans“_an deutschen Bühnen gespielt worden. Im Freiburger „Theater im Marienbad“ steht es für Schulkinder ab acht Jahren seit 1993 ununterbrochen auf dem Spielplan. Nur in Hildesheim, da gibt es einen handfesten Skandal. Foto: HAZ-Archiv

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Tag 334: Hildesheims Dienstmänner

Die alte Hildesheimer Bahnhofshalle

Hallo Dienstmann! Das hörte man vor dem Zweiten Weltkrieg auf vielen deutschen Bahnhöfen – auch in Hildesheim. Reisende hielten Ausschau nach Gepäckträgern. In der Hildesheimer Bahnhofshalle standen die Gepäckträger der führenden Hotels der Stadt. Auf den Mützen standen die Hotel-Namen – wie Hotopps-Hotel, Europäischer Hof, Kaiserhof oder Wienerhof. Die zweiräderigen Handkarren standen vor dem Eingang. Die Ankunftszeiten der Fernzüge waren allgemein bekannt, und dann galt es, die Reisenden fürs jeweilge Hotel zu begeistern.

Mit kundigem Blick pickten sich die Dienstmänner die Fahrgäste mit großem Gepäck heraus, denn diese versprachen längere Hotel-Aufenthalte.

Drei der großen Hotels standen direkt gegenüber des Bahnhofs. Der Wienerhof in der Friesenstraße dagegen war am Bahnhof sogar mit Pferd und Wagen zur Stelle. Oder die Gäste nahmen die Straßenbahn und fuhren bis vors Hotel.

Die Dienstmänner hielten sich in der Regel in der Bahnhofshalle auf. War ein Gast aber bereits in einem Hotel angemeldet, wurde er direkt am Zug erwartet.

Damals hieß es: Dienstmänner und Kutscher waren über alles Wichtige in Hildesheim informiert. Sie waren meist sehr redegewandt, hatten für alle Fragen ein offenes Ohr – und für alleinreisende Herren so einige Tipps und Adressen auf Lager.


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Tag 349: Opa Karl und seine Enten

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