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Tag 365: Die größten Pannen der HAZ


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Tag 364: Die Pecunia-Affäre

Hildesheims größter Polit-Skandal – die Pecunia-Affäre – schnell und kinderleicht erklärt.

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Tag 363: Der Held von der B 6

Name Der Held der B6 Taxifahrer Metin Eder rettet Frau vor Verwaltigung.

Taxifahrer Metin Eder rettet Frau vor Verwaltigung.

Mitten in einer Januar-Nacht 1998 ist Taxi-Fahrer Metin Eder mit zwei Fahrgästen von Giesen nach Drispenstedt unterwegs, als ihn ein plötzliches Lichthupen-Gewitter zum Umdrehen bewegt. Am Straßenrand steht der Wagen eines weiteren Taxis, der Blinker ist gesetzt, das Taxischild leuchtet. Kurz nachdem Eder das Fahrzeug passiert hat, sieht er wie die Scheinwerfer immer wieder aufleuchten. Da ist doch etwas faul, Eder fährt zurück.

Und tatsächlich, die Fahrerin steckt ihren Kopf durch die halb geöffnete Tür, versucht dem gewalttätig gewordenen Fahrgast zu entkommen. Eder reagiert sofort, packt den potentiellen Vergewaltiger und zerrt ihn aus dem Wagen. „Der Kerl wehrte sich mit Händen und Füßen, doch er hatte keine Chance“, erzählt Eder damals nach dem Vorfall. Sein Fahrgast eilt ihm zu Hilfe, über Funk fordert Eder Hilfe an.

Noch vor dem Eintreffen der Polizei sind fünf weitere Taxen am Ort des Geschehens. Auf dem Polizeipräsidium treffen Eder und die Taxi-Fahrerin wieder aufeinander. „Sie hat sich ganz toll bei mir bedankt. Aber mein Einsatz war doch selbstverständlich.“


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Tag 362: Vetter – da gab’s einfach alles

Vetter

Das Eisenwarengeschäft Vetter in der Osterstraße 41 bis 44 war jahrzehntelang die Hildesheimer Adresse für Handwerk, Haushalt und Freizeit.

Die Firma August Vetter wird am 20. April 1884 als Eisen-, Kurzwaren- und Werkzeughandlung gegründet. 1926 entstehen trotz schwieriger Zeiten neue Gebäude, die 1945 dem Bombenangriff auf Hildesheim zum Opfer fallen. Nach dem Krieg wird die Firma an alter Stelle wieder aufgebaut, das Sortiment wird ausgeweitet. In der Osterstraße ist damals eben alles zu haben – von der Schraube bis zu Spielzeug und Haushaltsgeräten sowie Porzellan.

Name Vetter/Schraubenlager

Schraubenlager bei Vetter.

1991 steckt die Firma August Vetter GmbH und Co KG in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, angemahnte Forderungen des Haupthandelspartners führen zu einem ersten Engpass mit folgendem Räumungsverkauf. Doch das Unternehmen kann sich noch einmal retten. Die Schwierigkeiten werden allerdings nicht weniger. Das Geschäftsgebäude an der Osterstraße wird verkauft, die Firma Vetter ist nur noch Mieter.

Name Ausverkauf bei Vetter

Ausverkauf bei Vetter. Foto: Hartmann

Im Februar 1998 geht Vetter in Konkurs, der Antrag wird allerdings mangels Masse abgewiesen. Im April 1998 verabschiedet sich Vetter mit einem Rabatt von 30 Prozent auf alle Waren endgültig aus dem Hildesheimer Einzelhandel.

Im September 1999 eröffnet im ehemaligen Vetter-Gebäude nach fünf Monaten Bauzeit die neue Ostertor-Passage.

 


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Tag 361: Lambertikirche und Katzenbrunnen

Lambertikirche

Das ist sie, die Hildesheimer Lambertikirche vor ziemlich langer Zeit. Ebenfalls zu sehen, vorn auf dieser alten Postkarte: der Katzenbrunnen auf dem Neustädter Markt.

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Tag 360: Das verspätete Weihnachtsgeschenk

Name 051018 verspätetes Geschenk Bernd Jost, eingerahmt von seinem Patenonkel Josef Jost und seiner Mutter Hedwig Jost, freut sich auch mit 34 Jahren Verspätung noch über sein Weihnachtsgeschenk.

34 Jahre hat es gedauert bis Bernd Jost das Geschenk seines Patenonkels bekommen hat. Eigentlich hätte er es schon als Zwölfjähriger zum Weihnachtsfest 1971 bekommen sollen, 2005 wurde die feierliche Übergabe nachgeholt. Einen 20-Mark-Schein wollte ihm sein Patenonkel Josef Jost damals schenken. Denn da er gerade mit dem Bau seines Hauses beschäftigt war, hatte er keine Zeit, ein Geschenk zu kaufen. So steckte er das Geld für sein Patenkind zusammen mit einem Brief an die ganze Familie in einen Umschlag und gab ihn zur Post.

Angekommen ist der Brief auch, wurde sogar geöffnet und gelesen. Nur den Schein hat man damals übersehen. Der Brief kam auf den Stapel mit der erledigten Post, und der wiederum landete in einem der vielen Kartons, die Familie Jost gerade für ihren bevorstehenden Umzug in die Hildesheimer Keßlerstraße packte. Die Eltern von Bernd Jost verwahrten aber alle Briefe gut. Und als Mutter Hedwig Jost ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemannes damit begann, die alte Post zu sichten, fielen ihr Brief und Geld in die Hände. Als zufällig beide bei ihr zu Besuch waren, kam der Brief wieder auf den Tisch, und Sohn Bernd erfuhr, was ihm vor 34 Jahren entgangen war.  Auf jeden Fall kam das Geschenk auch mit 34 Jahren Verspätung noch gut an, sehr zur Freude des Patenonkels.


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Tag 359: Verpatzte Weihnachten

365_tanne450Weihnachtsfeste, die man nie vergisst

„Es war 1970/71. Wie jedes Jahr zu Heiligabend sollte es Pasteten mit Ragout Fin geben. Meine Mutter hatte beim Schlachter drei große Dosen Ragout Fin und beim Bäcker 15 Pasteten bestellt. Da mein Vater ab 10 Uhr morgens mit dem Weihnachtsbaum beschäftigt war, auch wie jedes Jahr, hatte ich immer die ehrenvolle Aufgabe, alle bestellten Lebensmittel aus den Geschäften abzuholen. Nach der Bescherung erhitzte Mutter das Ragout Fin. Plötzlich machte sich ein äußerst penetranter Geruch in der „weihnachtlichen“ Wohnung breit. Kurz darauf war klar: Der Schlachter hatte die Ragout-Fin-Dosen versehentlich mit Leberwurst gefüllt. “

„Heilig Abend des Jahres 1989: Nach der Geburt unseres Sohnes am 21. Dezember  lag meine Frau noch im Krankenhaus. Bekannte luden mich zur Weihnachtsente ein.
Zu fünft saßen wir am Tisch und warteten auf die Ente. Kartoffelklöße und Soße dufteten schon aus der Küche, der Backofen lief auf Hochtouren. In 15 Minuten sollte die Ente fertig sein. Die weihnachtliche Stimmung wurde dann jäh durch einen gellenden Schrei der Hausfrau gestört: „Haaaannnsss – Weeeerrneeerrr!“ Der Römertopf war leer, die Ente lag noch tiefgefroren in der Kühltruhe! Nachdem geklärt war, wer die Ente nicht aus der Truhe geholt hatte, gab es leckere Pfannkuchen. Zubereitet vom Hausherrn.“

Beide Geschichten hat Peter Rath der Redaktion erzählt.


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Tag 358: ZDF-Fernsehgottesdienst aus dem Hildesheimer Dom

ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst 051224 ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst

Fotos: Hartmann

Rund 1,5 Millionen Deutsche und Österreicher verfolgen an Weihnachten 2005 den ZDF-Fernsehgottesdienst aus dem Hildesheimer Dom. Die Fernsehpredigt von Hans-Georg Koitz vor rund 700 Besuchern im Dom ist damals auf einen alltäglichen Satz aufgebaut: „In deiner Haut möchte ich nicht stecken.“ Ein Rückblick:

Heiligabend, Vormittag: Generalprobe für den Fernsehgottesdienst am ersten Weihnachtstag. Weihbischof Hans-Georg Koitz ist nervös, predigt dennoch voller Ernst vor leeren Bänken. Der 17-jährige Messdiener Benedikt Ernst aus Hasede gesteht schon nach 20 Minuten: „Ich bin völlig durchgeschwitzt – mit dem Weihrauch kann man so viel falsch machen!“

ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst 051224 ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst

Erster Weihnachtstag: Bevor die ersten Besucher kommen, hat die Polizei mit einem Spürhund den Dom abgesucht. „Es gibt keine Bombendrohung“, sagt Pater Max Cappabianca von der katholischen Fernseharbeit. „Aber man kann nie wissen.“ Draußen im Ü-Wagen des ZDF herrscht entspannte Atmosphäre, neugierige Familien dürfen sich das technische Herz der Sendung von innen angucken. Als der Dom sich gefüllt hat, gibt Cappabianca Regie-Anweisungen: „Wir spielen kein Theater – aber zeigen Sie die Feierlichkeit des Gottesdienstes auf ihren Gesichtern.“ Als er sich bei den rund 35 ZDF-Mitarbeitern bedankt, „die Weihnachten arbeitend hier im Dom verbringen“, brandet Beifall auf.

ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst 051224 ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst

Punkt 10.45 Uhr gibt Aufnahmeleiter Peter Steidler das Signal für den Einzug. Ab jetzt ist alles live. Der Dom strahlt in dezentem blau-gelbem Licht. Weihbischof Koitz stellt kurz das „von der Ausdehnung her größte deutsche Bistum“ vor und erzählt die Legende vom tausendjährigen Rosenstock, dann beginnt der eigentliche Gottesdienst. Er klappt wie am Schnürchen. „Perfekt“, wird Pater Max später loben. Auch wenn das Fernsehbild leicht wackelt, wenn vorn die Kameras hin- und herfahren. Und auch, wenn der Pater am Schluss die Austeilung der Kommunion unterbricht. „Sonst hätten wir den Auszug aus dem Dom nicht mehr ins Bild bekommen“, erklärt er. Schließlich wartet Papst Benedikt XVI mit dem Segen „Urbi et Orbi“ nicht auf die Hildesheimer, das ZDF will nach Rom schalten.

ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst 051224 ZDF-Zweites Deutsches Fernsehen-Dom-Weihnachtsgottesdienst

Die Gottesdienst-Besucher applaudieren zum Abschluss lange. „Ich war überrascht, wie wenig die Fernsehleute gestört haben“, lobt ein Hildesheimer. Auch die Akteure sind glücklich: „Bei der Generalprobe waren wir richtig nervös, heute war es ganz prima“, sagt Chorsängerin Hilke Hübner. „An die Kameras haben wir kaum gedacht.“ Messdiener Godehard Hecke geht es ähnlich: „Ich war nicht nervös, und es hat alles geklappt.“


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Tag 357: Hildesheim einst


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Tag 356: Riesige Suchaktion für Zehnjährige

Polizeisuche nach vermissten Kind Hagentorwall 090922 Polizeisuche nach vermissten Kind Hagentorwall

Im September 2009 hält ein zehnjähriges Mädchen die Polizei auf Trab. Sie ist Autistin und aus einer Betreuungseinrichtung verschwunden. Bis zu 35 Beamte sind im Einsatz, außerdem ein Helikopter und Suchhunde.

Um sechs Uhr Morgens an einem Montag wird das Kind zum letzten Mal gesehen. Durch ein Kellerfenster in einer Einrichtung in der Schützenallee nimmt sie Reißaus. Zunächst nehmen die Ermittler die nähere Umgebung in den Fokus, Bus- und Taxifahrer werden befragt. Am Dienstag geht die Suche mit stärkerer Besetzung weiter. Neben 16 Hildesheimer Kräften sind zehn Bereitschaftspolizisten aus Hannover auf den Beinen, ein Hubschrauber tastet mit einer Wärmebildkamera die Innenstadt ab, acht Hundeführer der Polizeidirektion Göttingen durchkämmen die Gegend am Seniorengraben.

Der entscheidende Tipp kommt schließlich von einem Lebenshilfe-Mitarbeiter. Vom Römerring aus sieht er ein Mädchen auf den Gleisen spazieren – ein Mädchen mit grünbeigegestreiftem T-Shirt, einer fliederfarbenen Hose und schwarzem Haar, ganz so wie in der Vermisstenmeldung beschrieben.

Der Mann verständigt die Polizei, die sofort den Verkehr am Hildesheimer Bahnhof lahmlegen lässt. Fünf Minuten später sitzt die Zehnjährige in einer Streife. Ein bisschen dreckig im Gesicht, ein bisschen zerzaust. Und mit großem Hunger, wie sie deutlich zu verstehen gibt.

Wo genau sich das Mädchen in den 28 Stunden herumgetrieben hat, ist für die Polizei nicht mehr nachvollziehbar.


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Tag 355: Simpsons-News aus Hildesheim

Tobias Schwarze war vor allem für die technische Betreuung der Seite zuständig.

Viele deutsche Simpsons-Fans dürften ihn noch kennen – den Springfield Shopper. „Als wir die Seite aufgebaut haben, war das eigentlich nur Spielerei“, sagt Sebastian Schwiening. Im Dezember 2000 stellten er und Tobias Schwarze die Springfield-Seite ins Netz. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Simpson-Fans noch Schüler, 15 und 16 Jahre alt. Das Programmieren von Internetseiten war für sie ein Hobby. Nach der Schule trafen sie sich bei Sebastian zuhause und bauten die Seite auf – als Vorlage diente eine eingescannte Ausgabe der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung.

Sebastian Schwiening kümmerte sich um die Vermarktung der Seite und das Einstellen neuer Inhalte.

Auf der Internetseite konnte jede einzelne Episode der gelben Familie kommentiert und bewertet werden. Schwienings Lieblingsfolge ist „Homer und New York“: „Die große Stadt als Kulisse, viele Gags – in dieser Episode stimmt einfach alles.“ Bis zu 20.0000 Fans klickten die Seite täglich an.

Doch mitterweile empfängt die Besucher des Springfield Shopper nur noch der Hinweis „Hier entsteht eine neue Website, bitte gedulden Sie sich noch ein bißchen“. Schwiening und Schwarze haben die Seite im Dezember 2013 eingestellt.


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Tag 354: Theater, Theater!

Hildesheim ohne Theater – das ist undenkbar? Doch was ist in der über 100-jährigen Theatergeschichte so alles passiert?

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Im Zweiten Weltkrieg wird das Stadttheater zerstört.

Am 15. September 1909 wird das Stadttheater fertiggestellt. Nur zehn Tage später beginnen die Proben für die erste Spielzeit. Der renommierte Theaterdirektor Oscar Lange steigt als Pächter ein. Am 2. Oktober 1909 wird das neue Theater in Anwesenheit vieler Ehrengäste glanzvoll eröffnet. Ein Platz Parkett-Sessel (die ersten vier Reihen des Parketts) kostete damals im freien Verkauf 2,50 Reichsmark zuzüglich Garderobengebühr und Billettsteuer.

Dann machte der Erste Weltkrieg die Spielzeit 1914/15 zunichte. Aus dem Pachttheater wird ein städtisches Unternehmen. Trotzdem wurde zum ersten Mal auch über eine Theaterschließung nachgedacht.

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Zwischenzeitlich muss das Stadttheater in die Halle 39 umziehen.

Auch der Zweite Weltkrieg beeinflusst das Theaterleben: Vorstellungen werden immer wieder durch Fliegeralarm unterbrochen, und auf den Personenzetteln (Programmhefte) befinden sich stets Hinweise auf die nächstgelegenen Schutzräume.

Im August 1944 werden die deutschen Bühnen geschlossen. Alle Kräfte wurden nun zur Unterstützung des „totalen Krieges“ gebraucht. Am 22. März 1945 wird das Theater bei dem Hauptangriff auf Hildesheim durch Bomben so schwer getroffen, dass es völlig ausbrennt und nur die Mauern stehen bleiben. Sämtliche Kostüme, Requisiten und Dekorationsteile verbrennen.

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Seit 2007 gibt es das Theater für Niedersachsen.

Doch es geht weiter: Am 10. September 1949 eröffnet das Schauspiel „Nathan der Weise“ von Lessing das neu erbaute Theater. Im Laufe der Jahre wird am Theater immer wieder gewerkelt. Hinterbühne, Kulissenmagazine, Garderoeben, Ballettsaal, neues Foyer. Doch es hilft nichts. In der Spielzeit 1996/97 muss das Stadttheater in die Halle 39 umziehen. Dort wird auch das umstrittene Kinderstück „Das besondere Leben der Hilletje Jans“ aufgeführt.

Aus der Landesbühne Hannover und dem Stadttheater Hildesheim wird in der Spielzeit 2007/08 dann das Theater für Niedersachsen (TFN). Hildesheim wird das Zentrum des neuen Theaterverbundes, die Schauspieler reisen durch Niedersachsen und spielen auch an 60 bis 80 Gastspielorten ihre Stücke.

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Tag 353: Das Hildesheim der Zukunft – Folge 16 mit Juliano

Hildesheim ist 1200 Jahre alt, schön und gut. Aber wie sieht die Stadt wohl aus, wenn sie erst 2400 Jahre alt ist? Hildesheimer Kinder von der Grundschule Moritzberg wagen den Blick voraus – 1200 Jahre in die Zukunft.

Folge 16: Juliano Ostfelt, 10 Jahre

Auch in 1200 Jahren feiert Hildesheim ja wieder ein Stadtjubiläum. Deshalb gibt es dann ein Jubiläumshaus mit einem kleinen Markt, in dem man Sachen über die Stadt kaufen kann.

Außerdem stehen in der Stadt ein riesiges Hundehaus und eine Fabrik, in der Roboter hergestellt werden.

Und so sieht das Ganze im Detail aus – zum Vergrößern bitte anklicken!

150713-hildesheim in 1200 Jahren 39


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Tag 352: Die Folterklasse aus Hildesheim

Name 040204/13/Quälerei/Kamera 03.02.2004Werner von Siemens Schule Berufsbildende Schulen in Hildesheim. Die Hildesheimer Polizei hat am Montag (02.02.2004) eine ganze Berufsschulklasse abgeführt und verhört. Vier Schüler sollen über Monate hinweg einen Mitschüler gepeinigt haben und die Szenen auf Video aufgenommen haben.

Die Misshandlung eines Berufsschülers in der Hildesheimer Werner-von-Siemens-Schule schockiert im Februar 2004 die ganze Stadt. Die „Folter-Klasse“ macht international Schlagzeilen. 17 Wochen lang wurde ein 17-Jähriger von seinen Mitschülern gequält. Erst Knuffe an den Kopf, Boxhiebe an den Oberarm, ständig Tritte, die er in den Klassenräumen, auf den Gängen und auf dem Pausenhof einsteckt. Elf der zwölf Schüler in der Klasse schlagen zu. Manchmal sogar mit Eisenteilen. All das passiert während der Unterrichtszeit – meist im unbeaufsichtigten Materiallager. Die Täter zwingen ihr Opfer, Kreide zu essen. Er muss einem der Haupttäter die Füße küssen. Sich ausziehen, Zigaretten essen. Und einer der Täter nimmt die Tortur noch mit einer Kamera auf und lädt die Szenen im Internet hoch.

Name 040205/13/Quälerei/Video Werner-von-Siemens-Schule

Doch der Terror fliegt auf. Eine Mitschülerin hatte die Sozialpädagogin an der Berufsschule informiert. Die gesamte Klasse muss zum Verhör. Fünf Wochen dauern die Ermittlungen, dann erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen elf Schüler. Die Ermittlungsakte umfasst vier Bände, allein die Anklageschrift ist 32 Seiten lang. Die drei Hauptangeklagten werden schließlich zu Jugendhaftstrafen ohne Bewährung zwischen 14 und 18 Monaten verurteilt, der Rest erhält Bewährungsstrafen. Schon zu Prozessbeginn hatten sich Verteidiger und Staatsanwaltschaft auf die grobe Linie der möglichen Strafen geeinigt. Im Gegenzug legten die Jugendlichen umfangreiche Geständnisse ab und entschuldigten sich per Handschlag bei ihrem Opfer.


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Tag 351: Als das Lucas-Imperium auf der Steingrube zurückschlug

Foto: Gossmann

Am 23. Februar 1997 strömten viele Hildesheimer zur Steingrube. Warum? Weil der legendäre X-Wing-Fighter genau dort „landete“. Er war nämlich auf Werbetour für die überarbeitete Star-Wars-Trilogie.

Ein Lastwagen zog den Fighter. Im Einsatz mit dem Abfangjäger hatte Skywalker im „Krieg der Sterne“ Kinogeschichte geschrieben. 1997 kämpfte der Held dann erneut auf der Leinwand für das Gute: Das George-Lucas-Imperium schlug zurück, mit digitalisierten Bildern und neuem Sound.

Schon bevor der „Red Five“, so der Filmname der Maschine, auf dem Busparkplatz an der Steingrube andockte und seine Laser-Kanonen ausklappte, warteten viele Familien auf die irdische Star-Wars-Präsentation. Im Inneren der Maschine gab’s ein Videospiel, für Außenstehende gab es hingegen nicht viel zu sehen. Der Weltraumjäger lag stumm auf der Laster-Ladefläche, auf den Monitoren liefen Trailer für das bevorstehende Kino-Ereignis.

Ein echtes Hollywood-Relikt war es allerdings nicht, hier bei uns in Hildesheim. Der neun Meter lange „X-Wing-Fighter“ mit sechs Metern Spannweite war gerade mal halb so groß wie das Vorbild und erst zwei Jahre alt. Er gehörte zu den acht Modellen, die 1995 zur Premiere der überarbeiteten Videos konstruiert wurden.

Ursprünglich hatte der intergalaktische Flieger übrigens auf dem Marktplatz landen sollen. Doch die Stadt hatte wegen eines Expo-Symposiums zum Weltkulturerbe ihre Zusage zurückgezogen.


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Tag 350: Und Platten gab’s im Cover

Es gab eine Zeit, da hatte Hildesheim so einige Plattenläden. Viele Hildesheimer meinen: Die beste Adresse war das Cover. Eröffnet zunächst im Rosenhagen von Martin Klinkott und Michael Bonertz, zog es 1988 an den Ratsbauhof. Frank ‚Chekov‘ Helmker und Michael ‚Pablo‘ Habenicht übernahmen den Laden, Habenicht stieg jedoch wenig später wieder aus.

Helmker behielt das Cover acht Jahre lang – bis 1996. Auf rund 60 Quadratmetern Verkaufsfläche gab es Platten und CD’s, neu und gebraucht. Mehr Indie, weniger Mainstream. Die bestverkauftesten Alben waren „Never Mind“ von Nirvana und „Ten“ von Pearl Jam. Helmker veranstaltete zudem Partys, etwa im Vier Linden und im Bebop.

Doch das Verdängungsgeschäft setzte dem Cover immer mehr zu. Dir Media-Saturn-Holding wurde für kleine Läden zum Problem, die CD’s waren dort günstiger und günstiger. 1996 zog Helmker einen Schlussstrich. Cover-Stammkunde Jan Reulecke übernahm daraufhin noch für wenige Jahre, der Laden zog in die Scheelenstraße um. Doch Ende der 90er war endgültig Schluss.

Cover

Früher Cover, jetzt Änderungsschneiderei.

Im ehemaligen Cover am Ratsbauhof ist nun übrigens eine Änderungsschneiderei – Frank Helmker, mittlerweile im Musikvertrieb tätig, ist dort Stammkunde.


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